Klappentext
Kann man sich verlieben, wenn man immer nur so tut, als ob?
Die schon immer alleinstehende Sophie ist auf der Suche nach Liebe. Während ihre Freunde sich niederlassen und ihre Familie ihr Druck macht, endlich den Richtigen zu finden, scheint ihre anonyme Kolumne über Beziehungen erfolgreicher zu sein als ihr tatsächliches Liebesleben. Aber jetzt, da die Hochzeit ihrer Schwester bevorsteht, ist sie fest entschlossen, nicht allein zu erscheinen – und wenn sie ihren Seelenverwandten nicht rechtzeitig findet, muss sie ihn eben vortäuschen.
Erscheinungstermin:
21. Mai 2024
Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:
480 Seiten / 10 Stunden und 53 Minuten / Anna Amelie Blomeyer
Verlag:
Harper Collins || Harper Audio
Originaltitel:
Faking It
ISBN:
978-3-365-00584-2

Tropes: Fake Dating;

Cover:
(fließt nicht in die Bewertung ein)
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Inhalt:![]()
Fazit:![]()
Spice: — (Keine Bewertung – nur das Level)
Vielen Dank an den HarperCollins Verlag für das Rezensionsexemplar. Das Bereitstellen dessen, hat meine Meinung nicht beeinflusst. Da ich das Hörbuch gehört habe, fallen hier die Zitate weg.
Cover:
Ich mochte das Cover auf den ersten Blick – verspielt, pastellig, irgendwie leicht. Es passt gut zum Ton des Buches, auch wenn die Geschichte selbst manchmal schwerer ist, als das Cover vermuten lässt. Kein Cover, das mich umhaut – aber definitiv eins, das mich neugierig gemacht hat.
Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)
Dieses Buch stand fast ein Jahr ungelesen in meinem Regal – ich hatte es im letzten Sommer schon einmal begonnen, dann aber recht schnell wieder abgebrochen. Irgendetwas hat damals einfach nicht gepasst. Jetzt habe ich dem Ganzen als Hörbuch noch eine zweite Chance gegeben – und plötzlich war der Einstieg viel leichter. Ich konnte besser in die Geschichte eintauchen, näher an Sophie dranbleiben – und diesmal hat sie mich tatsächlich erreicht.
Triggerwarnung: Gesellschaftlicher Druck, Selbstzweifel, toxische Freundschaften
Sophie ist Anfang zwanzig, Single – und irgendwie im Dauerstress. Denn während ihr Umfeld plant, heiratet, Kinder bekommt und gemeinsame Zukunftsvisionen entwirft, bleibt sie auf der Stelle stehen. Oder fühlt es sich nur so an? Zwischen übergriffigen Kommentaren von Familie und Freunden, zu vielen Dates mit zu wenig Potenzial und dem ständigen Gefühl, nicht zu genügen, trifft sie eine Entscheidung: Wenn sie keinen Freund hat, spielt sie eben einen vor. Für die Hochzeit ihrer Schwester. Für den Schein und irgendwie auch für den Frieden. Und vielleicht auch für sich selbst.
Beth Reekles schreibt locker, einnehmend und das Hörbuch hat sich gut im Alltag hören lassen, da die Sprache sehr leicht gewählt war. Dates und andere Illusionen beginnt wie eine klassische RomCom, mit einer Tropes wie Fake-Dating – und einer Protagonistin, die sich erst noch finden muss.
Der Humor ist da, genauso wie charmante Ansätze. Aber je weiter man liest, desto deutlicher spürt man: Das ist keine reine Liebesgeschichte. Es geht um den Druck, sich erklären zu müssen. Um die Erwartungen von außen, die sich in Gedanken einnisten. Und darum, wie schnell man sich selbst verliert, wenn man versucht, allen anderen gerecht zu werden.
Sophie ist keine Figur, in die man sofort mag, sondern man vesteht und lernt sie über das Buch hinweg lieben. Sie ist verunsichert, manchmal passiv-aggressiv, oft gefangen im eigenen Selbstbild. Das kann anstrengend sein – aber vielleicht auch gerade deshalb so authentisch. Denn wer hat sich nicht schon selbst mal verloren, beim Versuch, Erwartungen zu erfüllen?
Im Gegensatz zu ihr wirkt Harry – der Fake-Date-Kandidat – fast zu blass. Sympathisch, ja. Aber eher als Spiegel zu Sophie, als eine Figur mit viel Tiefe. Trotzdem tat seine ruhige Art der Geschichte gut.
Was mir gefehlt hat: Raum für Reflexion. Der Wandel am Ende ist da, aber fast zu spät. Ich hätte mir gewünscht, dass Sophies Erkenntnisse nicht nur kommen, sondern auch gelebt werden dürfen. Mehr Anwendung, weniger Ansammlung. Weniger „ich müsste“, mehr „ich darf“.
Was Reekles thematisiert, ist wichtig und ich glaube immer aktuell. Der unterschwellige (und oft offene) Druck, eine Beziehung zu führen, Kinder zu bekommen, „etwas aus seinem Leben zu machen“ – all das trifft nicht nur Sophie, sondern sicherlich auf viele von uns zu. Die Frage ist nur, ob ein Roman, der diesen Druck sichtbar machen möchte, ihn gleichzeitig so oft wiederholen sollte, ohne deutlichere Gegengewichte zu setzen. Für mich war die Balance hier oft zu negativ, zu lange.
Fazit:
Dates und andere Illusionen ist ein Buch mit wichtiger Botschaft und viel emotionalem Potenzial, das leider nicht immer ausgeschöpft wird. Wer einen romantischen Roman mit Humor erwartet, sollte wissen: Das hier ist mehr Selbstfindung als Liebesgeschichte. Nicht alles gelingt, manches wirkt klischeebehaftet oder bleibt an der Oberfläche. Aber dazwischen gibt es ehrliche Gedanken, gute Ansätze – und ein Ende, das Mut macht.
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3 von 5 Flamingos – Ein Roman für alle, die sich manchmal fragen, ob sie ohne „Wir“ weniger wert sind – und lernen wollen, dass das „Ich“ genauso reicht.