Das Lied der See von Tanja Penninger

Klappentext

*Im Morgengrauen hatte ich ihn gefürchtet.
Zur Mittagsstunde hatte ich ihn gehasst.
Im Abendrot hatte ich mich verliebt.*

Es ist mitten in der Nacht, als eine feindliche Armee ins Schloss eindringt und Prinzessin Angelina mit ihrer Zofe Emilia fliehen muss. Ein Fluchtschiff soll sie zu Angelinas Verlobtem, dem Kaiser der Goldenen Inseln, bringen. Kaum den Feinden entkommen, wird das Schiff jedoch von Seeräubern überfallen. Die beiden Frauen finden sich an Bord eines Piratenschiffes wieder und es sind ausgerechnet die tiefen meerblauen Augen des attraktiven Kapitäns Hektor Lewis, die Angelina mehr und mehr in ihren Bann ziehen. Eine bevorstehende Meuterei, ein wütender Sturm, zerstörte Schiffe und feindliche Piraten sind dabei ihre geringsten Probleme. Denn gerade als Angelina dabei ist, Hektor ihr Herz zu schenken, stößt sie auf ein dunkles Geheimnis.

Erscheinungstermin:

12.04.2023

Seitenanzahl:

400 Seiten (Printausgabe)

Verlag:

Vajona Verlag

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Vajona Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank hierfür! Ich möchte Euch darauf hinweisen, dass diese Rezension Spoiler enthält.

Bewertung

Aussehen:

Schreibstil:

Inhalt:

Fazit:

„Jeder Zweifel war ausgelöscht, im Keim erstickt. Irgendwo dort hinter dieser Tür wurde eine Frau gefangen gehalten und sie sang in einer wunderschönen mir fremdem Sprache.“

Das Lied der See von Tanja Penninger

Aussehen:

Das Cover zum Buch „Das Lied der See“ ist wunderschön gestaltet und bietet neben der Abbildung des Piratenschiffes eine schöne Sirene ab. An Hand dessen ist ersichtlich, dass das Cover mit Liebe zur Geschichte und dem Inhalt erstellt wurde. Definitiv wird diese Buch frontal in meinem Bücherregal stehen und sich einen Platz in der ersten Reihe sichern. Ich empfand das Buch als so schön, dass ich es mir kaufen musste, obwohl mir das E-Book als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde!

Für die Buchmenschen unter uns, denen die Haptik eines Buches ebenso wichtig ist wie mir, kann ich Euch die Bücher des Vajona Verlages auf jeden Fall empfehlen. Sie sind stabil, lassen sich nicht so schnell knicken und wenn man etwas vorsichtig ist und lesen, ohne den Buchrücken kaputt zu machen.

„Nein, das würde nicht passieren. Sei kein Reh, sei der Jäger oder der Wolf oder… Sei einfach nicht das Reh, Angie!“

Das Lied der See von Tanja Penninger

Schreibstil:

Tanjas Schreibstil ist sehr flüssig und künstlerisch wirklich sehr gut! Wahrscheinlich ist es eine enorme Herausforderung ein Buch zu schreiben, indem nicht „alltäglich“ gesprochen wird, sondern eher eine „alte und gewähltere“ Sprache gesprochen wird. Neigen heutzutage viele Bücher dazu eher derbe und umgangssprachliche Sprache zu nutzen, war das Buch und dessen Schreibstil eine überaus positive Überraschung.

Einen tollen Kniff fand ich, dass Tanja ihre Protagonistin ihre Sprache ändern lässt, da dies wunderbar zu ihrer Charakterentwicklung passt. Süß ist hier ebenfalls, wenn Angelina sich selbst dafür rügt, wie sich in dem vorherigen Moment ausgedrückt hatte.

Mit „Dem Lied der See“ hat Tanja einen Einzelband geschrieben, daher ist es nachvollziehbar, dass es hier kein riesiges World-Building geben kann. Alles ist relativ oberflächlich gehalten, was aber völlig in Ordnung war, da das Hauptaugenmerk innerhalb des Buches auf etwas anderem lag als die äußere Welt.

Persönlich empfinde ich es als positiv, wenn Autor*Innen es schaffen, dass man Charaktere mag oder eben nicht – und am Anfang empfand ich Angelina als überaus unreif, nervig und unsympathisch. Aber ihre Person hat etwas mit mir gemacht, dass ich trotzdem immer die Hoffnung hatte, dass ich sie mögen werde. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Angelinas Entwicklung über das Buch hinweg ist wirklich richtig gut geschrieben! Ihr wird genügend Platz gegeben, ohne spannende, traurige und Liebesszenen dabei zu vergessen!

„Hektor war wie die See: Manchmal sanft und spiegelglatt, aber oft auch stürmisch, gleich gigantischer Wellen. In ebendiesen Tosen fühlte ich mich hilflos hin- und hergeworfen ohne die Chance einen Anker zu finden.“

Das Lied der See von Tanja Penninger

Inhalt:

Das Buch beginnt gleich mit der Flucht Angelinas, gemeinsam mit Ihrer Zofe Emilia, vor den Streitmächten der Meheré. Durch diesen spannenden Auftakt kommt man sofort im Buch an und will wissen, ob die beiden jungen Frau vor der gegnerischen Streitmacht fliehen können.

Meiner Entschätzung nach kann man das Buch in vier verschiedene Handlungsstränge einteilen, da am Ende zum großen Show-Down führen. Beginnend mit der Seeflucht vor den Meheré, gemeinsam mit dem vermeintlich Verbündeten Käpten Eversol. Als das Schiff von Piraten angegriffen wird, müssen die beiden Frauen erkennen, dass sie niemanden mehr glauben dürfen.

Nun befinden wir uns auf dem Piratenschiff Light Christal, unter der Führung des Piratenkapitäns Henry Lewis. Während dieser Zeit muss Angelina lernen, dass es besser ist auf sich selbst aber auch manchmal anderen zu vertrauen. Leider lernt die Prinzessin dies auf eine sehr schmerzhafte Weise. Der Handlungsstrang rund um die Sirenen war einfach gut!

Die gemeinsame Reise auf dem Piratenschiff Light Crystal nimmt den größten Teil der Geschichte ein, und hätte – wenn es nach mir ginge – ewig weiter gehen. Die Liebesgeschichte zwischen Angelina und Hektor Lewis ist angenehm langsam und nimmt nicht zu viel Raum ein, sondern lässt Angelina genügend Platz sich charakterlich weiterzuentwickeln.

Im letzten Teil der Geschichte sind wir auf der goldenen Insel, die von Kaiser Faharid, Angelinas von Kindheit an versprochener Verlobter, geführt wird. Leider ist dieser Teil der Geschichte der Grund, warum ich inhaltlich einen Flamingo abgezogen hab. Angelina hat sich auf der Schiffsreise so toll weiterentwickelt! Kaum auf den goldenen Inseln angekommen fällt sie völlig zurück in alte Muster. An dieser Stelle hätte es glaube ich nicht geschadet, wenn das World-Building etwas tiefer gegangen wäre. Trotzdem erhielt die Geschichte ihr verdientes Ende und bei Tanjas Nachwort musste ich sogar für einen kurzen Moment weinen. <3

„Damit war die alte Seemannsweise so etwas wie eine Hymne an die Freiheit geworden. Das Lied der See.

Das Lied der See von Tanja Penninger

Fazit:

Zusammenfassend hat der Roman trotzdem die volle Punktzahl verdient! Es ist einfach alles dabei, was ein High-Fantasy Roman braucht! Eine fremde Welt, magische Wesen, eine wunderschöne Prinzessin, die ihr Herz an einen attraktiven Piraten verliert.

Ich würde die Behauptung aufstellen, dass das Buch eher an jüngere Leser*Innen gerichtet ist, da Angelina eine sehr „junge“ Denkweise hat. Selbstverständlich hab ich mir mehr Zeit in Angelinas und Hektor Welt gewünscht, und hätte noch viel mehr über die verschiedenen Länder und Kulturen herausgefunden. Aber darum ging es nicht in diesem Roman.

Das Maß ist sehr gut gewählt und das Hauptaugenmerk liegt auf der Entwicklung von Prinzessin Angelinas, während Hektor Lewis eine nette und hilfreiche Nebenfigur spielte.

„Das Lied der See“ wird von mir ab sofort jedem empfohlen, der mich nach einem Buchtipp fragt!

Denn nicht immer müssen Bücher tragisch sein, ein gewaltiges Wort-Building bieten oder super komplizierte Charaktere aufweisen. Es reicht auch völlig ein sehr gut geschriebenes Buch mit einer wichtigen Message in den Händen zu halten und zu lesen!

Das Lied der See

Einst musst ich mich wagen
Hinaus aufs Meer
Dort sollt ein Schiff mich tragen
Doch froh zu sein war schwer
Ich liebte diesen einen
Den ich nicht haben kann
Auch bracht‘ er mich zum Weinen
Der fürchterlichen Mann
Und singt dann die Sirene
Schweigt bitterlich mein Herz
Und lauscht dem Klang der Seele
Der lockt mit süßen Schmerz.

Das Bild wurde mir vom Vajona Verlag zur Verfügung gestellt. Alle Rechte liegen beim Urheber, des Bildes!

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