Interview mit Mara Rutherford, der Autorin des Buches „Schloss der Lügen“ (deutsch)

Liebe Mara,
Ich bin so glücklich, dass du bereit bist, ein schriftliches Interview mit mir zu machen – vielen Dank für deine Zeit und dafür, dass du dabei bist!
Welches Buch hat Dich zum Lesen gebracht?
Ich habe schon als Kind gerne gelesen, vor allem Fantasy, aber ich glaube, es war die Xanth-Reihe von Piers Anthony, die mich zu einem begeisterten Leser gemacht hat. Meine Zwillingsschwester und ich haben diese Bücher verschlungen, wann immer wir sie in die Finger bekamen.
Was hat Dich zum Schreiben gebracht?
Als Kind habe ich auch viel geschrieben, aber ich begann erst mit 24 Jahren, als ich meinen Job als Journalistin verloren hatte, mit dem Schreiben von Romanen. Ich hatte mich immer gefragt, ob ich ein Buch schreiben könnte, und da ich nichts anderes zu tun hatte, beschloss ich, es zu versuchen!
Gibt es etwas, was Du noch mit uns teilen möchtest?
Ein paar Fakten über mich: Ich bin ein Drilling, geboren am Schalttag. Mein Mann ist Diplomat, deshalb ziehen wir häufig um. Zurzeit leben wir in Belgien, aber wir werden diesen Sommer umziehen (wir wissen noch nicht, wohin!).
This or That!
Plotter oder Pantser: Plantser! Ich skizziere meine Bücher nach dem „Save the Cat!“-Beatsheet und entdecke den Rest nach und nach.
Schreiben am frühen Morgen oder spät in der Nacht: Am frühen Morgen oder spät in der Nacht: Um ehrlich zu sein, schreibe ich meistens mitten am Tag, wenn meine Kinder in der Schule sind. Aber es ist wahrscheinlicher, dass ich lange aufbleibe, um zu schreiben, als dass ich früh aufstehe, da ich die Kinder morgens vor die Tür bringen muss.
Fantasy oder Romance: Romantasy! Haha, ich bin anscheinend nicht sehr gut in „dies oder das“. Ich habe zuerst Fantasy gelesen, aber ich habe schon immer gerne ein romantisches Element in meinen Büchern gehabt. Jetzt lese ich neben Fantasy auch viel zeitgenössische Liebesromane.
Moralisch grau oder Golden Retriever Book Boyfriend: Moralisch grau! So, jetzt habe ich es endlich mal richtig gemacht 🙂
Klassiker oder Neuerscheinungen: Derzeit sind es Neuerscheinungen. In meinen Zwanzigern habe ich sehr viele Klassiker gelesen, aber jetzt lese ich fast nur noch neuere Bücher.

Sie haben die blutige Pest überlebt – doch der Horror hat noch lange kein Ende
Seit Jahren wütet in Goslind eine tödliche Seuche; der König hat sich mit seinem gesamten Hofstaat im Schloss verbarrikadiert. Während er langsam dem Wahnsinn verfällt, versuchen alle anderen verzweifelt, das Maskenspiel aufrecht zu erhalten und so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Doch die Vorräte schwinden und Prinzessin Imogens Sorge, dass ihr größtes Geheimnis auffliegen könnte, wächst mit jedem Tag. Bei einem Fluchtversuch aus dem Schloss trifft sie auf Nico Mott, einen jungen Totengräber auf der Suche nach Überlebenden. Gemeinsam beginnen sie, das Netz der Lügen, das sie umgibt, zu durchbrechen – doch die Pest hat Monster geschaffen, die nur auf frisches Blut warten …
Was hat Dich dazu inspiriert, Schloss der Lügen zu schreiben?
Zu Schloss der Lügen wurde ich inspiriert, nachdem ich beschlossen hatte, eine weniger bekannte Geschichte neu zu erzählen. Die Maske des roten Todes ist eine von Poes Kurzgeschichten, die mich mit ihrer makabren Symbolik und lebhaften Bildsprache schon immer beeindruckt hat. Als ich anfing, über ein Schloss voller Adliger nachzudenken, die versuchen, eine Seuche zu überleben, hat meine Fantasie von da an die Oberhand gewonnen.
Wie gestaltest Du Deine Figuren?
Meine Hauptfiguren kommen normalerweise ziemlich gut geformt zu mir. Sie müssen immer zur Handlung der Geschichte passen, und in diesem Fall war die Idee einer Bürgerlichen, die sich als Prinzessin ausgibt, die perfekte Hauptfigur, und ein Adliger, der zum Bauern wird, war das ideale Gegenstück!
Was war Dir beim Erzählen dieser Geschichte besonders wichtig?
Die Darstellung der Juden in diesem Buch war wichtig, vor allem als ich anfing, die Geschichte der Plagen zu recherchieren und feststellte, dass die Juden so oft als Sündenböcke benutzt wurden. Auch wenn es sich hier um eine Fantasiewelt handelt, wollte ich nicht übersehen, wie sich Regierungen oft vor der Verantwortung drücken, indem sie einem „Anderen“ – in diesem Fall den Juden – die Schuld geben.
Was macht die Geschichte von Imogen und Nico so besonders für Dich?
Die Geschichte von Imogen und Nico war mir wichtig, weil die beiden so viele vorgefasste Meinungen übereinander hatten, wie wir es im echten Leben oft tun. Wenn wir unsere Herzen öffnen, stellen wir normalerweise fest, dass wir viel mehr gemeinsam haben, als uns bewusst ist. Die beiden hatten auch viel zu heilen, und ich finde es toll, dass sie das ineinander finden.
Worauf können sich Deine deutschen Leser*Innen als nächstes freuen?
Ich freue mich, sagen zu können, dass die deutschen Rechte an „A CURIOUS KIND OF MAGIC“ an Arctis verkauft wurden, so dass das Buch hoffentlich irgendwann später in diesem oder Anfang nächsten Jahres in den Regalen stehen wird!