Rabenland von Max Bentow
Klappentext
Ein Mädchen ohne Erinnerung und ein verstörender Fund auf einer einsamen Lichtung im Wald: der zweite Fall für Carlotta Weiss und Nils Trojan.
Vor einer Klinik in der Uckermark wird ein schwer verletztes 17-jähriges Mädchen abgelegt. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Lilly Steiner, die seit einem Jahr als vermisst galt. Lilly ist traumatisiert und kann keine Aussage dazu machen, wo sie sich aufgehalten hat. Ihre einzige Erinnerung ist, dass sie unter Raben gelebt und angeblich deren Sprache erlernt hat. Carlotta Weiss und Nils Trojan übernehmen die Ermittlungen und machen in einem entlegenen Waldstück, in dem Lilly angefahren wurde, eine unheimliche Entdeckung: Auf einer Lichtung stoßen sie auf sieben lebensgroße Puppen, die in einem Kreis an Bäume angebunden sind. Aber dann kommt es zu einem tiefst verstörenden Ereignis, das alles zunichtemacht, was Carlotta und Nils über Lilly zu wissen glaubten …
Erscheinungstermin:
13. August 2025
Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:
368 Seiten / 10 Stunden und 8 Minuten / Herbert Schäfer
Verlag:
Goldmann || Der Hörverlag
Originaltitel:
—
ISBN:
978-3-442-20658-2

Tropes: Psychothriller

Schreibstil:
Inhalt:
Fazit:
Spice: — (Keine Bewertung – nur das Level)
Vielen Dank an Goldmann und das Team BloggerPortal für das Rezensionsexemplar. Das Bereitstellen dessen hat meine Meinung nicht beeinflusst!
„Langsam, dachte sie, Schritt für Schritt. Einatmen und ausatmen. Je weiter sie ging, desto ruhiger wurde sie. Plötzlich blieb sie stehen. War das nur Einbildung? Oder saß dort im Geäst einer Linde ein großer schwarzer Vogel?“
Rabenland von Max Bentow
Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)
Im neuen Fall von Nils Trojan und Carlotta verschwindet ein Mädchen – und die Spuren führen in eine Welt voller Symbolik, Raben und psychischer Abgründe. Der Einstieg ist rasant, man ist sofort mitten in der Geschichte, bevor der Mittelteil etwas ruhiger wird. Für mich war das ein Gewinn, weil dadurch auch die Figuren selbst mehr Raum bekommen. Am Ende hat mich die Auflösung völlig überrascht und so sehr getroffen, dass ich nach den letzten Seiten erst einmal tief durchatmen musste.
Was ich an Bentows Büchern besonders schätze, sind seine Ermittler. Nils Trojan und Carlotta Weiß sind längst mehr als Figuren, die nur Fälle lösen. Carlotta ist emotional, oft zu sehr, und Nils wirkt nach außen stark und unerschütterlich, hadert innerlich aber längst mit den Jahren seiner Arbeit. Zusammen bilden sie ein Duo, das durch Unterschiede lebt – und genau dadurch echte Tiefe bekommt. Ihre Chemie war für mich eines der großen Highlights.
„Du stellst viele persönliche Fragen, Nils.“ – „Du hast damit angefangen.“ – „Stimmt.“
Rabenland von Max Bentow
Ich lese Max Bentow seit Jahren gern, weil sein Stil klar, eindringlich und gleichzeitig unglaublich atmosphärisch ist. In Rabenland verzichtet er auf allzu brutale Szenen, wie sie noch in Eulenschrei zu finden waren, und setzt stärker auf psychische Intensität. Das macht das Buch nicht leichter – im Gegenteil, die bedrückende Stimmung, die sich wie ein Schatten über die Seiten legt, hat mich die ganze Zeit begleitet.
Empfehlen würde ich Rabenland allen, die psychologisch dichte Thriller mögen, die fordern, aber gleichzeitig fesseln. Brutalität steht weniger im Vordergrund, dafür umso mehr die psychische Spannung und die düstere Atmosphäre. Triggerwarnungen betreffen psychische Gewalt, Andeutungen von Kindesmissbrauch sowie intensive Beschreibungen von Angst und Bedrohung.
„Es ist wie ein schwarzes Loch, in dem ich verschwunden bin.“
Rabenland von Max Bentow
Fazit:
Für mich war Rabenland wieder ein Highlight. Der Plot ist stark, die Wendung am Ende unvorhersehbar und der Ton durchweg atmosphärisch dicht. Max Bentow schreibt Thriller, die nachhallen – und auch wenn sie fordern, sind sie genau deshalb so besonders.
🦩🦩🦩🦩🦩- Max Bentow ist für mich einer der wenigen Thriller-Autoren, die ich unabhängig von meinem sonstigen Leseverhalten immer wieder lesen muss – weil er es schafft, mich jedes Mal zu fesseln.
Im Rahmen der von mir auf Instagram organisierten Blogtour durfte ich Max Bentow interviewen – das Interview findet ihr hier:
Lieber Max, warum schreibst Du im Genre Thriller? Was reizt Dich daran?
“In einem Thriller geht es stets um den Zweikampf zwischen dem Protagonisten und dem Antagonisten. Dieses Kräfteverhältnis finde ich sehr spannend. Da ich schon immer ein Faible für die Kriminalliteratur hatte, reifte in mir der Wunsch heran, irgendwann einmal selbst in dieser Sparte zu arbeiten. Als mir dann die Figur meines Ermittlers Nils Trojan immer deutlicher vor Augen trat und er mich schließlich regelrecht dazu aufforderte, ihn endlich aufzuschreiben, war es so weit.”
Wie kamst Du auf die Idee zu Deinem neuen Thriller Rabenland?
“Bei einem Urlaub an der Ostsee beobachtete ich fasziniert ein Rabenpaar im dortigen Küstenwald. Ich begann, über diese Vögel zu recherchieren, und begeisterte mich immer mehr für ihre Lebensweise. Raben sind hochintelligent. Sie haben die Gabe, uns Menschen zu beobachten und wiederzuerkennen. Eines Tages notierte ich folgenden Satz als erste Idee für meinen neuen Thriller: „Junge Frau glaubt, die Sprache der Raben zu verstehen, und verschwindet daraufhin spurlos.“ Diese Grundidee war der zündende Funke der Inspiration.”
Eines der Dinge, die ich an Deinen Büchern so liebe, ist Dein Schreibstil – wie hast Du gelernt so zu schreiben?
“Von Anfang habe ich mir vorgenommen, meine Leserschaft in keiner einzigen Minute zu langweilen. Jedes Kapitel muss mit einem harten Akzent enden und uns in nächste Kapitel katapultieren. Es gibt klare Plot Points mit jeweils einem Cliffhanger. Eine klare Gliederung mit einem zentralen Punkt, der auf den Story-Höhepunkt zusteuert. Die Sprache muss geschliffen sein, die Story in einem hohen Tempo erzählt werden. Trotz alledem braucht es genügend Raum für das psychologische Ausloten meiner Figuren. Ich schreibe von innen nach außen, das heißt, ich nähere mich einem Charakter von seinem innersten Kern, wo seine Geheimnisse und Wunden versteckt sind. Erst wenn ich meine Figuren deutlich vor mir sehe, arbeite ich den Plot aus.”
Ich glaube Thriller zu plotten, ist mit das Schwerste was es gibt – In wie weit voraus hast Du Deine Geschichten schon geplottet?
“Den Plot skizziere ich mir vor dem eigentlichen Schreibprozess minutiös und bis aufs kleinste Detail. Zunächst erstelle ich dafür ein Strukturmodell mit klar erkennbaren Plot Points, dem zentralen Punkt, der in der Mitte des Buches zu finden sein soll, und dem Story-Höhepunkt, auf den die Geschichte zusteuert. Dabei frage ich mich stets, wo ich den Druck auf meine Hauptfiguren erhöhen kann. Denn wie eingangs schon gesagt, in einem Thriller geht es um einen Zweikampf. Letztlich ist jedes Kapitel eine Runde dieses Kampfs bis hin zum erlösenden Schluss.”
Als absoluter Fan Deiner Bücher, dürfen wir uns auf weitere Fälle mit Carlotta und Nils freuen?
“Auf jeden Fall! Das nächste aufregende Abenteuer für die beiden ist bereits in Planung.”