Grand Hotel Avalon von Maggie Stiefvater
Klappentext
Januar 1942. Für June Porter Hudson ist die Führung des Avalon und seines ihm treuen Personals kein Beruf, sondern Berufung. Umgeben von der magischen Einsamkeit der Appalachen, steht das legendäre Grand Hotel für Luxus, Raffinesse und für sein besonderes Heilwasser. Doch als die Wirrungen des Krieges in seine Welt einbrechen, muss June sich einer harten Prüfung stellen, denn nur sie kennt die Kräfte, die aus den Quellen hinter den Fassaden wirken. Sind das Hotel und die ihm verschriebenen Menschen zu retten und eine Katastrophe aufzuhalten?
»Grand Hotel Avalon« ist eine bezwingend-soghafte Geschichte über Liebe, Geheimnisse, Verrat und eine unwiderstehliche Heldin, deren Hingabe mitten ins Herz trifft.
Erscheinungstermin:
24. September 2025
Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:
432 Seiten || 12 Stunden und 19 Minuten || Cathlen Gawlich
Verlag:
S. Fischer Verlag || Argon Hörbuch
Originaltitel:
The Listeners
ISBN:
978-3-10-397566-6

Tropes: —

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Spice: — (Keine Bewertung – nur das Level)
Vielen Dank an S. Fischer und Pocketbook für das Rezensionsexemplar. Das Bereitstellen dessen hat meine Meinung nicht beeinflusst!
„Das Süßwasser, dachte Tucker, war immer da. Es wartete, bis man es freiließ, und dann nahm es sich, was ihm gehörte.“
Grand Hotel Avalon von Maggie Stiefvater
Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)
Wir begleiten das Grand Hotel Avalon in West Virginia während des Zweiten Weltkriegs. Hier werden Diplomaten interniert, und hinter den Kulissen entstehen Machtspiele, Intrigen und stille Kämpfe. Besonders im Mittelpunkt steht June, die Hoteldirektorin, die versucht, Ordnung zu wahren, obwohl um sie herum alles ins Wanken gerät.
Die Geschichte trägt viele Symbolschichten – allen voran das wiederkehrende Bild des Süßwassers, das sich durch die Kapitel zieht. Für mich stand es für Schuld, Erinnerung, Bedrohung und Reinigung, und es wirkt wie eine unsichtbare Kraft, die niemand aufhalten kann. Dieser Aspekt hat mir sehr gefallen, weil er nachhallt und die Handlung tiefer macht, auch wenn er manchmal schwer zugänglich ist.
„June wusste, dass ihre Pflicht sie an das Hotel band, doch ihr Herz suchte nach etwas, das nicht im Dienstplan stand.“
Grand Hotel Avalon von Maggie Stiefvater
June war für mich die Figur, die am meisten herausgestochen ist. Ich mochte sie, auch wenn ich nie ganz das Gefühl hatte, wirklich in ihre Gedankenwelt einzutauchen. Sie bleibt eine Person, die man gern verfolgt, aber nicht vollständig fühlen kann. Tucker und die Nebenfiguren waren für mich weniger greifbar, und gerade die Liebesgeschichte zwischen June und Tucker hätte ich persönlich nicht gebraucht. Sie wirkte eher wie eine zusätzliche Schicht, die nicht unbedingt zur Geschichte beigetragen hat.
Mit dem Schreibstil hatte ich große Schwierigkeiten. Er ist sehr verschlungen, fast verschwommen, und an vielen Stellen so kompliziert, dass ich das Gefühl hatte, zwischen den Zeilen den roten Faden suchen zu müssen. Das hat meinen Lesefluss stark gehemmt, und ich konnte dadurch nicht so tief in die Handlung eintauchen, wie ich es mir gewünscht hätte.
„Hannelore schrie, als hätte sie das Wasser selbst in der Kehle – ein Laut, der den Ballsaal füllte und niemanden unberührt ließ.“
Grand Hotel Avalon von Maggie Stiefvater
Fazit:
Grand Hotel Avalon ist ein Buch voller Symbolik, das viel Raum für Gedanken bietet. Gerade die Bildsprache und das Motiv des Wassers sind stark, doch der Stil ist nicht leicht zugänglich und die Figuren blieben mir ein Stück zu fern. Für mich bleibt es deshalb ein interessantes, aber anstrengendes Leseerlebnis.
🦩🦩🦩 – Am Ende war es für mich ein Buch, das mich sehr gefordert hat, mich aber dennoch genug eingefangen hat, um es bis zum Schluss zu lesen – auch wenn ich danach nicht genau sagen konnte, welche Geschichte ich eigentlich gelesen habe.