Animal von Tibor Rode
Klappentext
Endlich darf der aufstrebende Anwalt Ben Lorenz für eine renommierte Hamburger Großkanzlei seinen ersten Fall vor Gericht verhandeln.
Der Mandant: ein großer Agrarkonzern.
Die Klage: auf Freilassung
Die Klägerin: Rosa – ein deutsches Edel-Schwein!
Spätestens jetzt ist Ben klar, warum man ihm als Frischling den Fall übertragen hat. Da Tiere nach dem Gesetz wie Sachen behandelt werden und keine Rechtsfähigkeit besitzen, ist die Klage rein symbolischer Natur – sein Mandant, der Agrarkonzern, kann den Fall gar nicht verlieren.
Was Ben nicht weiß: Auf der Gegenseite arbeitet bereits ein internationales Forscherteam unter Hochdruck daran, mithilfe künstlicher Intelligenz die Kommunikation mit Tieren zu entschlüsseln – ein Durchbruch, der alles verändern könnte. Der Anwaltsveteran Rabenstein und seine Assistentin Enna, eine engagierte Tierschutzaktivistin, sind überzeugt: Wenn es gelingt, Rosas Stimme hörbar zu machen, besteht eine reale Chance, den Prozess zu gewinnen.
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt – während mächtige Gegner alles daransetzen, genau das zu verhindern. Denn eine Welt, in der Tiere sprechen können, bedroht mehr als nur ein Geschäftsmodell.
Erscheinungstermin:
21 . Juli 2025
Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:
480 Seiten / — / —
Verlag:
Droemer Knaur || —
Originaltitel:
—
ISBN:
978-3-426-56265-9

Tropes: Thriller; Found Family (ganz leicht)

Schreibstil:![]()
Inhalt: ![]()
Fazit: ![]()
Spice: — (Keine Bewertung – nur das Level)
Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar. Das Bereitstellen dessen hat meine Meinung nicht beeinflusst!
»Es war wie so oft in ihrem Leben: Immer wenn sie gerade endgültig den Glauben an die Menschheit verlieren wollte, erschein von irgendwo ein Engel in Menschengestalt.«
Animal von Tibor Rode
Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)
Animal ist ein Thriller, der sich ganz klar in der Gegenwart verankert. Tibor Rode stellt darin eine unbequeme Frage: Welchen Wert messen wir Tieren eigentlich bei? Warum verherrlichen wir unsere Haustiere, während wir bei Nutztieren bereitwillig wegsehen?
Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt, wobei Ben und Enna im Vordergrund stehen. Ben ist Anwalt, der das Erbe seines Vaters antritt – und damit auch dessen Schulden. Plötzlich steht er im Visier des Mafia-Bosses Bojan, der brutal und kompromisslos seine Ansprüche geltend macht. Enna ist eine engagierte Tieraktivistin, die immer stärker in den Sog der Radikalität gerät. Ihre Wege kreuzen sich – und was zunächst wie eine juristische Auseinandersetzung wirkt, wird schnell zu einer Geschichte über Verantwortung, Schuld und die Frage nach Gerechtigkeit.
Ben mochte ich sehr gerne – vor allem, seine Entwicklung innerhalb des Buches. Zu Beginn ist er gefühlt der typische Jurist, der seinen Regeln folgt und nicht abweicht. Aber durch seine Entscheidung das Erbe seines Vaters anzunehmen (übrigens eine super schöne Szene innerhalb des Buches, als man erkennt warum) und die Bedrohung durch Bojan, muss er improvisieren und wächst dabei wirklich über sich hinaus. Und dabei auch in mein Herz, denn Ben menschelt sehr und das mochte ich gern!
Enna dagegen ist voller Idealismus, aber auch voller Wut. Sie will die Welt zu einem besseren Ort machen, aber übersieht dabei die ein oder andere wichtige Grenze. Mit ihr wurde ich leider nicht sonderlich warm – vielleicht hat mir deswegen auch der sehr dezente Romance-Plot im Buch nicht so gut gefallen.
Mein Held war Bens bester Freund Nick – der dem Buch irgendwie eine besondere Stimmung gegeben hatte. Ich habe irgendwie immer einen Nebencharakter, der mir besonders ans Herz wächst.
Die Antagonisten waren beide sehr bedrohlich und haben mich als die „Bösewichte“ überzeugt. Obwohl es im Showdown, dann doch sehr schnell ging.
„Sollten Sie aus irgendeinem Grund doch verlieren“, rief Winterfeld ihm hinterher, als er die Tür fast erreicht hatte, „würden Sie in die Geschichtsbücher eingehen. Denn dann wären Sie der erste Rechtsanwalt auf der Welt, der gegen ein Schein verloren hat.“
Animal von Tibor Rode
Tibor Rode schreibt unfassbar bildhaft, sodass sich das Buch beinahe wie ein Film gelesen hat. Man hatte so manche Szenen vor Gericht, auf hoher See oder im Highmatverein Eimsbüttel direkt vor Augen. Ich mochte es sehr, wie am Ende alles in einem Strang zusammenläuft. Einzig hatte ich ab und an das Gefühl, dass ich dem intellektuellen Anspruch des Buches nicht ganz gewachsen war, denn manche Stellen waren sehr juristisch geschrieben und ich hatte so meine Probleme dem Dialog zu folgen. Aber am tollsten geschrieben, fand ich persönlich den Epilog, den ich wirklich jedem ans Herz legen möchte!
Animal ist für alle, die bereit sind, sich mit unbequemen Fragen auseinanderzusetzen. Wer nicht davor zurückschreckt, drastische Beschreibungen der Zustände in der Tierhaltung zu lesen, wird hier einen spannenden und sehr aktuellen Thriller finden! Für mich war es kein Wohlfühlbuch, sondern eines dass mich gefordert hat, aber mir trotzdem in Erinnerung bleiben wird.
Es ist einfach an der Zeit, dass wir unsere Teleskope nicht mehr auf die Sterne ausrichten, um nach Außerirdischen zu suchen, sondern auf unsere Mitbewohner in unseren Meeren, Hinterhöfen und Ställen. Was mit uns kommuniziert, was ein Bewusstsein hat, kann keine Sache sein. Und was keine Sache ist, hat Rechte auf diesen Planeten!“
Animal von Tibor Rode
Fazit:
Animal ist ein packender, kluger Thriller, der gesellschaftskritische Themen in eine spannende Handlung einbettet. Nicht alles war für mich rund – gerade die Romantik hätte ich nicht gebraucht –, aber die Grundidee, die Erzählweise und der emotionale Epilog haben mich absolut abgeholt!
🦩🦩🦩🦩 von 5 Flamingos – für eine starke Idee, einen eindringlichen Schreibstil und ein Ende, das mich mit Tränen in den Augen zurückgelassen hat.