Laute Nächte von Anne Freytag
Klappentext
Eine Klingel mit vier Namen: Paul hat das Tennisspielen aufgegeben und nichts Neues angefangen. Elif redet dauernd, fragt, nervt, lacht, als würde sie einen schon ewig kennen. Julia ist so leise, dass man nicht weiß, ob sie zu Hause ist. Und Kenni? Er weiß selbst nicht, was er in Wien will. Er musste einfach weg. Von den Leuten, die in ihm den Typen sehen, der er war, bevor er der wurde, dessen Freundin bei einem Autounfall gestorben ist. Ihre letzte Reise, ohne ihn. Obwohl sie doch einen Sommer lang Frankreich entdecken wollten. Wider Erwarten wird die WG für Kenni zur neuen Heimat. Das Leben geht einfach weiter. Auch die geplante Reise findet statt – mit Elif auf dem Beifahrersitz, was keine gute Idee ist. Zehn Jahre später, Kenni steht am Anfang seiner Karriere als Maler, treffen die vier sich in Zürich wieder. Es wird eine lange, laute Nacht, die lauter Fragen aufwirft. Erst zurück in Wien, aus Kenni ist inzwischen ein renommierter Künstler in den Vierzigern geworden, beginnt mit einem kurzen Gespräch ein Nachmittag, ein Abend, ein Anfang …
Erscheinungstermin:
22. April 2026
Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:
320 Seiten || 7 Stunden und 42 Minuten || Pascal Houdus
Verlag:
Kampa Verlag || SAGA Egmont
Originaltitel:
—
ISBN:
978-3-311-10166-6

Tropes: Belletristik

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Fazit:![]()
Spice: — (Keine Bewertung – nur das Level)
„Ich wollte mich verteidigen, aber irgendwie hat sie ja recht damit. Also habe ich gefragt, ob sie es mir erklären kann. Wie Frauen wirklich sind. Wie es für sie ist, eine Frau zu sein. Und Elif antwortete: „Deine Macht wächst mit Deinen Brüsten. Und genau da endet sie auch“„
Laute Nächte von Anne Freytag
Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)
Die wunderbare Anne Freytag gehört zu den Menschen, deren Bücher absolut liebe und immer gleich lesen möchte. Daher konnte ich jetzt auch wieder „Laute Nächte“ beenden und war wieder mehr als begeistert.
Wir lernen in „Laute Nächte“ Kenny kennen – einen jungen Mann, der nach einem großen Verlust nach Wien in eine WG zieht. Dort trifft er auf Paul, Elif und Julia. Jede dieser vier jungen Menschen hat es geschafft einen Platz in meinem Hetzen zu finden. Kenny durch seine Trauer und dem Wunsch, einfach nur die nächsten Tage zu überstehen. Paul, doch seine Art, wie er der Fels der WG ist und dabei eine so tolle Art hat, seine Freude dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Elif, die eine so warme Ausstrahlung hat, aber in einer Situation ist, in der sich sicherlich viele junge Frauen befinden. Aber auch Julia, die still und ruhig, in der WG mit wohnt und die ich trotz ihrer wenigen Auftritte auch lieb gewonnen habe. Der im zweiten Teil stattfindende Roadtrip und die weiteren ebenfalls wunderschön, aber ich muss sagen, dass der erste Teil schon sehr mein Herz hat.
„Und es war immer irgendwie sie. Es war immer irgendwie Paul. Es sind die Menschen, nicht die Orte. Und wenn es ein Ort war, dann Wien.“
Laute Nächte von Anne Freytag
Anne schreibt wie immer sehr gefühlvoll, einnehmend, mit so treffenden und sitzenden Wörtern, dass es ab und an ordentlich zwickt, aber einen trotzdem irgendwie wieder zusammenführt. Ich mag ihre Art, wie sie erzählt und Worte für tiefliegenden Gefühle findet einfach so sehr! Die Geschichte ist in verschiedenen Zeitabschnitten geschrieben und es war schön zu lesen, wie das Leben alle der Figuren weiterverläuft. Die Liebesgeschichte ist so schmerzhaft schön, dass ich mich am Ende richtig arg für die beiden gefreut habe.
Im Buch werden immer ein paar tolle Musiktitel genannt, daher für alle Spotify Hörer*Innen, der Link zur Playlist: https://open.spotify.com/playlist/36JP0kUps0DZ0TQyUYu2Pg?si=Zw1uzRnESQCHcnGyS4HS-w
Auch wenn das Buch recht traurig ist und es mir sehr nah ging, hab ich beim Beenden des Buches ein gutes Gefühl gehabt. Wahrscheinlich, weil ich gemeinsam mit Kenny bei dem Kapitel „Die Geister, die ich rief“ einen heilsamen Heulanfall hatte. Auch das Ende war wunderschön heilsam und ich wünsche jeder dieser Figuren alles Beste! Das witzige gerade ist, dass ich beim Schreiben dieser Zeilen wieder Tränen in den Augen habe 🙂
„Und dann denke ich: einmal mehr implodiert. Maximale Zerstörung, die so leise zuschlägt, dass es einen das Fürchten lehrt. Stille Wut ist gefährlich. Sie braucht lang, bis sie satt ist. Aber fürs Erste hatte sie genug.“
Laute Nächte von Anne Freytag
Fazit:
Laute Nächte von Anne Freytag entspricht zwar so gar nicht meinem normalen Leseverhalten, aber hat mir wieder gezeigt wie schön auch Belletristik sein kann. Vor allem wenn sie von einer meiner liebsten Autor*Innen geschrieben wird! Kenny Geschichte ist traurig, melancholisch und dabei irgendwie trotzdem schön! Ich habe die Zeit mit dem vieren sehr genossen!
🦩🦩🦩🦩🦩- Für ein Highlight, an das ich noch sehr lange denken werde! Und mich umso auf die Lesung mit Anne Freytag bei uns in Nürnberg freue!