Interview mit Benjamin Cors, dem Autor des Buches „Nebelbeute“

Liebe Cleo,
Ich bin so glücklich, dass du bereit bist, ein schriftliches Interview mit mir zu machen – vielen Dank für deine Zeit und dafür, dass du dabei bist!


©Dominik-Osswald2

Liebe Cleo, mit welchen drei Wörtern würdest Du Dich beschreiben?

Puh, gar nicht so einfach. Nachdenklich und empathisch, würde ich sagen. Und eine große Portion Hartnäckigkeit bringe ich auch mit. 😊

Hast Du Rituale, die Dir beim Schreiben helfen?

Einfach nur schreiben, schreiben, schreiben. Dazwischen Kaffee trinken und grübeln und rausgehen. Und möglichst viele gute Bücher lesen, die meinen Horizont erweitern.

Bist Du eher ein Plotter oder ein Pantser?

Jedes Buch ist eine Reise: Ich kann sie perfekt im Voraus planen. Aber wenn ich dann vor Ort bin, stoße ich jedes Mal wieder auf unerwartete Abzweigungen, oder begegne Figuren, die interessant genug sind, dass ich ihnen spontan folge.

Wie kamst Du zum Schreiben?

Das Schreiben kam eher zu mir. 😊 Ich schreibe, seit ich schreiben kann. Mein erstes Buch mit selbst geschriebenen Geschichten stammt aus der ersten Klasse, damals wollte ich schon Schriftstellerin werden.

Dieser Geruch. Der heiße Wind treibt ihn ihr ins Gesicht, als wäre der Steingruberhof ein Tier, das ihr seinen Atem entgegenbläst. Ein Tier, das bereits auf neue Beute lauert …

Der Steingruberhof ist ein abgeschiedener Ort mit einer eingeschworenen Gemeinschaft, die nach ihren eigenen Regeln lebt. Als dort in einem flirrend heißen Sommer die Leiche einer Journalistin gefunden wird, fällt der Verdacht auf die Hofbewohner. Die junge Anwältin Eva soll ihnen helfen, denn als Tochter der charismatischen Gründerin hat sie früher selbst in der Kommune gelebt. Nach dreizehn Jahren kehrt sie zurück. Doch der Ort, der einst ihre Heimat war, erscheint ihr nun fremd. Was verheimlichen ihr die Menschen, die sie so gut zu kennen glaubte? Auf der Suche nach Antworten stößt Eva auf eine Mauer des Schweigens. Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto klarer wird ihr: Dieser Hof verbirgt mehr als ein Geheimnis – und einen Mörder, der bereit ist, für seines zu töten…

Wie lange arbeitest Du an Deinen Büchern? 

Ein Jahr, wenn es gut läuft, manchmal etwas länger.

Was glaubst Du fasziniert Leser*Innen an dem Genre Thriller?

Ich glaube, Thriller sprechen etwas sehr Ursprüngliches an: unser Bedürfnis, Gefahr aus sicherer Entfernung mitzuerleben. Wir schauen in Abgründe, stellen uns unseren Ängsten, und bleiben dabei geborgen auf dem Sofa.

Was macht das Genre für Dich als Autorin aus?

Die Vielseitigkeit. Es ist sowohl was für Adrenalinjunkies dabei, die es hart und direkt mögen, als auch für die, die Spannung lieber aus den Figurenbeziehungen heraus erleben, wenn sie langsam unter die Haut kriecht. Wie meine Leser*innen. 😊

Was hat Dich zu Home Story inspiriert? Wie kam die Geschichte zu Dir?

Im Buch stecken Fragen, die mich selbst schon länger beschäftigen: Was uns Halt gibt und was eigentlich „Zuhause“ bedeutet, wenn die Welt immer flüchtiger und krisenhafter wird. Home Story ist nicht als fertige Idee entstanden, sondern eher aus vielen Gedanken, die sich nach und nach zusammengefügt haben.

Warum hast Du Dich für ein Setting auf einem Selbstversorgerhof entschieden?

Ich wollte meinen Figuren eine radikale Form von Rückzug geben, einen Ort, den sie selbst aufbauen und nach eigenen Regeln gestalten. Mich interessierte, welche Menschen bereit sind, alles hinter sich zu lassen, um gemeinsam neu anzufangen. Und wie weit sie gehen würden, um ihre Zuflucht zu schützen.

Wie war es für Dich, aus so vielen Sichten zu schreiben? Welche war viel Dir am leichtesten und welche war herausfordernd? 

Die Gemeinschaft im Griff zu haben, war tatsächlich manchmal eine Herausforderung. Es sind gar nicht soo viele Figuren, aber sie sind in der Enge des Hofs ständig präsent. Was der eine tut, löst beim anderen etwas aus, die Reaktionen schaukeln sich gegenseitig hoch – mit verhängnisvollen Folgen.

Was wünscht Du Dir, dass Leser*Innen nach dem Lesen Deiner Bücher mitnehmen?

Dass die Geschichten nicht einfach enden, wenn sie den letzten Satz gelesen haben. Dass die Figuren und Konflikte noch ein bisschen in ihnen nachhallen. Und sie sich vielleicht sogar fragen, wie sie an deren Stelle gehandelt hätten.

Dürfen wir uns auf weitere Thriller freuen?

Auf jeden Fall. Nach dem Buch ist vor dem Buch. 😊


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