Interview mit Tanja Penninger zum ihrem Buch „Das Lied der See“

Liebe Tanja,
vielen Dank, dass Du Dich bereit erklärt hast ein Interview mit mir zu führen! Es ist wirklich toll mit Dir zu kommunizieren und ich freue mich auf jede weitere Zusammenarbeit mit Dir!
Am 12.04.2023 feierte Dein Buch „Das Lied der See“ seinen Book-Birthday! Wie geht es Dir damit?
Liebe Svenja, erst einmal vielen Dank für Dein Interesse, Deine Unterstützung und dass Du Dir die Zeit genommen hast, diese Fragen für mich zusammenzustellen.
Mit dem Release von “Das Lied der See” geht es mir sehr gut. Ich habe unglaublich viele liebe und wertschätzende Rückmeldungen von Leser*innen bekommen. Das freut mich ganz besonders und ich bin unfassbar dankbar dafür.
An alle, die Geschichten lieber hören: Das Buch gibt es auch als Hörbuch, gelesen von der lieben Mandy Linz.
Wir durften zwar bereits Angelina und Hektor kennenlernen – umso mehr freue ich mich darüber, mehr über Dich zu erfahren! Magst Du Dich kurz vorstellen?
Sehr gerne. Ich bin Tanja, 30 Jahre alt, äh, jung und lebe in Oberösterreich. Bücher veröffentliche ich seit dem Jahr 2016. Wer Kriegerinnen mag, könnte “Golden Heart” gut finden, wer Magie bevorzugt, “Bad Witch”.
Hauptberuflich bin ich Volksschullehrerin und habe an unserer Schule sogar die Möglichkeit, eine kreative Schreibwerkstatt zu leiten. Es macht mich glücklich, die Liebe zum Schreiben mit meinen Schüler*innen teilen zu können.
Privat habe ich lange Zeit (über 15 Jahre) in einem Trachtenmusikverein Querflöte gespielt. Die Liebe zur Musik ist mir geblieben.
Hast Du einen “buchigen” Tick? Wie zum Beispiel Bücher ohne Leserillen lesen, immer gleich alle Bände einer Reihe kaufen oder ähnliches?
Ich bin ja ein sehr genügsamer, sparsamer Mensch. Doch nach einem guten Glas Wein am Abend kaufe ich dann völlig ungehemmt all die Bücher online, zu denen mein “Spar-Ich” tags zuvor noch konsequent NEIN sagen konnte. Allerdings weiß ich nicht, ob man das einen Tick nennen kann. 🙂
Was liest Du gerne in Deiner Freizeit? Hast Du ein aktuelles Lieblingsbuch?
In meiner Freizeit lese ich hauptsächlich Fantasyromane und Sachbücher. Für die Arbeit ab und zu mal ein Kinderbuch. Mein derzeitiges Lieblingsbuch ist “50 Sätze, die das Leben leichter machen” von Karin Kuschik.
Gibt es eine Geschichte, die Dich für “Das Lied der See” inspiriert hat?
Vor einigen Jahren habe ich ein Buch über einen Piraten und eine reiche, verwöhnte Frau gelesen. Leider weiß ich nicht mehr, wie das Buch geheißen hat. Jedenfalls ging es nur um die Liebesbeziehung der beiden und ich dachte mir beim Lesen, dass hier ein paar spannende Fantasy Elemente nicht schaden würden. Gedacht – geschrieben 🙂
Wie sammelst Du Ideen und Anregungen für Deine Buch-Ideen?
Ich sammle sie überall. In meinem Handy, auf kleinen Zettelchen, in meinen Notizbüchern, am PC, … Einmal ist ein Zettel sogar im Heft eines Schülers liegen geblieben, weil mir beim Korrigieren am Nachmittag etwas eingefallen war.
Wie ist deine Schreibroutine? Bist Du hauptberuflich Autorin?
Ich bin hauptberuflich Lehrerin und komme nur selten zum Schreiben. Hauptsächlich in den Ferien 🙂 Eine Routine habe ich leider nicht, da sich eine solche derzeit nur schwer in meinen Schulalltag integrieren lässt. Ich schreibe, wenn ich freie Minuten finde und eben in den Ferien.

Es ist mitten in der Nacht, als eine feindliche Armee ins Schloss eindringt und Prinzessin Angelina mit ihrer Zofe Emilia fliehen muss. Ein Fluchtschiff soll sie zu Angelinas Verlobtem, dem Kaiser der Goldenen Inseln, bringen. Kaum den Feinden entkommen, wird das Schiff jedoch von Seeräubern überfallen. Die beiden Frauen finden sich an Bord eines Piratenschiffes wieder und es sind ausgerechnet die tiefen meerblauen Augen des attraktiven Kapitäns Hektor Lewis, die Angelina mehr und mehr in ihren Bann ziehen. Eine bevorstehende Meuterei, ein wütender Sturm, zerstörte Schiffe und feindliche Piraten sind dabei ihre geringsten Probleme. Denn gerade als Angelina dabei ist, Hektor ihr Herz zu schenken, stößt sie auf ein dunkles Geheimnis.
Hast Du Tipps für Schreibanfänger*Innen? Was hat Dir beim Schreiben am besten geholfen?
Auch, wenn ich selbst leider KEINE habe, würde ich Anfänger*Innen IMMER eine Routine empfehlen, wenn das irgendwie möglich ist. Dann braucht man sich nicht immer wieder neu dazu aufraffen, sondern hat es sowieso in seinen Alltag integriert.
Mir haben früher Mini-Ziele geholfen. So etwas wie “Heute schaffe ich 200 Wörter!” oder “Jetzt schreibe ich 20 Minuten ganz konzentriert!”. Das ist schnell erreicht und man hat ein tolles Sieger*Innen Gefühl.
Ganz wichtig: Handy weglegen und stumm schalten.
Manchen helfen (Online-) Schreibgruppen, wo man sich zum Schreiben verabredet. Für mich wäre das derzeit nichts.
Was ich noch empfehle: Plotten, also die Geschichte planen. Jedenfalls grob, damit man einen roten Faden hat und sich nicht verzettelt.
Wie lange hast Du gebraucht “Das Lied der See” zu schreiben?
Ich habe bereits 2018 den Entwurf verfasst. Dann kamen “Golden Heart” und “Bad Witch” – meine vorherigen Bücher – dazwischen. Letztes Jahr fand ich dann die Zeit, “Das Lied der See” neu zu überarbeiten. Grundsätzlich möchte ich mir mindestens ein halbes Jahr bis zu einem Jahr (Schreib)Zeit für ein Buch nehmen. Zeitdruck mag ich nicht.
Hättest Du Milena auch gerettet?
Nein. Erstens hätte ICH mich gar nicht getraut. Zweitens … kann ich nicht verraten, ohne eventuell zu spoilern 🙂
Dein Nachwort in das Lied der See ging mir sehr nah! Magst Du mir erzählen, warum es Dir wichtig war, ein Buch über Angelina und ihren Werdegang zu schreiben?
Die Geschichte über eine junge Frau, die sich selbst erst noch kennenlernen und entdecken darf, war mir persönlich wichtig, um meine Leser*Innen dazu anzuregen, ebenfalls weitere Forschungen über die eigene Persönlichkeit anzustellen.
Ich bin 30 Jahre “alt” und habe immer noch Freude daran, manche meiner Handlungen – und Gedanken! – zu hinterfragen und auf ihre Nützlichkeit und Richtigkeit zu prüfen. In den letzten Jahren habe ich mich viel mit inneren Haltungen und Werten beschäftigt.
Beim Lesen von “Das Lied der See” begleiten wir eine naive, hochnäsige (zu Beginn fast nervige) Angelina somit bei ihren Abenteuern UND ihrem Reifungsprozess.
Das Lied der See
Einst musst ich mich wagen
Hinaus aufs Meer
Dort sollt ein Schiff mich tragen
Doch froh zu sein war schwer
Ich liebte diesen einen
Den ich nicht haben kann
Auch bracht‘ er mich zum Weinen
Der fürchterlichen Mann
Und singt dann die Sirene
Schweigt bitterlich mein Herz
Und lauscht dem Klang der Seele
Der lockt mit süßen Schmerz.

Wie hast Du zum Vajona Verlag gefunden?
Nach dem ich einige Romane mit “Impress” veröffentlicht hatte, wollte ich einmal “neue Ufer erkunden”. Dank Instagram bin ich auf den Vajona Verlag aufmerksam geworden.
Auf welche weiteren Projekte dürfen wir uns freuen, bzw. welches Deiner Bücher empfiehlst Du uns?
Im Herbst erscheint, ebenfalls beim Vajona Verlag, mein derzeit absolutes Lieblingsprojekt: Räuberella. Drei Tarotkarten für die Aschendiebin.
In “Räuberella” gehe ich der Frage nach, was “Aschenbrödel” wohl erlebt hätte, wenn sie sich nicht zur Dienstmagd hätte machen lassen. Wenn sie stattdessen hinaus in die Welt gezogen wäre.
“Golden Heart” ist eine Dilogie, die ich allen ans (Goldene)Herz lege, die es royal und kämpferisch mögen und nicht vor schockierenden Wendungen zurückscheuen. Ein sanftmütiger Prinz muss sich in dieser Geschichte in einem öffentlichen Spektakel eine Braut wählen. Spannend bleibt es bis zum Schluss, zumal sich ein Dämon am Schloss herumtreibt.
“Bad Witch” ist ein Fantasy-Einzelband über eine junge Hexe, die nach langer Gefangenschaft die Welt retten soll. Gegen Ende des Buches stellt sie fest, dass ihre wahre Magie gar nicht ihre Zauberkraft ist… Die Geschichte räumt mit aktuellen Themen unserer Zeit auf “fantasyart” auf.
Gibt es etwas, was Du Dir von uns Leser*Innen wünscht?
Ja, zwei Punkte ganz besonders:
Bleibt so wertschätzend und respektvoll, meine Lieben. Jede:r Autor:in steckt Herzblut in die eigenen Geschichten und verdient es, dass diese achtsam und mit angemessenen Worten beurteilt werden. Das macht ihr (meiner Erfahrung nach) alle super, was ich unglaublich schätze.
Mein Motto lautet “Lesen ist Wachstum”. Daher: Gebt eure Liebe zu Büchern und Geschichten an eure Kinder, Enkelkinder, Neffen, Nichten, Nachbarn, Schwestern, Brüder, … weiter. Zukünftige Generationen werden es uns danken.
Ein paar letzte Worte?
Vielen Dank an alle, die bis hierher gelesen haben. Und vielen Dank ganz besonders an Dich, liebe Svenja. Danke, dass Du Dir die Zeit nimmst, uns Autor*Innen eine Bühne zu geben. Danke für Deine tollen Fragen. Die (Buch)Welt braucht so wertschätzende, offene Menschen wie Dich.