Das Vermächtnis der Tintengötter von Jana Schikorra
Klappentext
Wo Worte Leben schaffen, herrscht Magie …Ihre Fantasie ist unerschöpflich, ihre Macht scheinbar grenzenlos – seit Jahrhunderten schreiben die Tintengötter die schönsten Geschichten, um die rationale Welt der Menschen mit Fantasie zu nähren. Doch die dabei von ihnen zum Leben erweckten Figuren durchlaufen nicht nur eine strenge Ausbildung, bis sie in die Werke der Götter einziehen dürfen, sondern werden auch außerhalb der elitären Akademien unterdrückt und geknechtet.
Levin Scribendi, der junge Tintengott im Anerkennungsjahr, erträgt dieses Unrecht nicht länger. Angetrieben von seiner heimlichen Liebe zu der schönen Liturga Nima versucht er, das System zu stürzen. Levin begibt sich auf die gefährliche Suche nach den Zutaten für eine magische Tinte, mit deren Hilfe die Gesetze aller Lebenswelten umgeschrieben werden können. Seine Bemühungen bleiben von der Obrigkeit allerdings nicht unbemerkt, und so entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod, der Levin und Nima für immer zu trennen droht.
Erscheinungstermin:
03,05.2023
Seitenanzahl:
400 Seiten (Printausgabe)
Verlag:
Vajona Verlag

Das Rezensionsexemplar wurde mir vom Vajona Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank hierfür! Ich möchte Euch darauf hinweisen, dass diese Rezension Spoiler enthält.

Bewertung
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Fazit: ![]()
„Das ist es, was wir sind, mein Kind“ hatte die alte Frau damals gesagt und traurig in die Ferne gesehen, „die kläglichen Überreste dessen, was einmal eine schöne Vorstellung gewesen ist. Etwas, für das es sich nicht gelohnt hat, das Gehirn noch ein wenig mehr anzustrengen. Unausgereifte Produkte einer sprunghaften Fantasie.“
Das Vermächtnis der Tintengötter von Jana Schikorra
Aussehen:
Ist das Cover zum Buch „Das Vermächtnis der Tintengötter“ eher schlicht, hat mich dieser Fakt jedoch überzeugt. Denn nicht selten haben die besten Bücher einen eher unscheinbaren Umschlag, während nicht so tolle Bücher mit glitzernden und bunten Buchcovern auffallen.
Die Schlichtheit macht das Buch meines Erachtens aber besonders schön, vor allem nachdem man dieses tolle Buch gelesen hat! Das Tintenfässchen, die Feder und die Kleckse machen es zu etwas ganz Besonderem!
Für die Buchmenschen unter uns, denen die Haptik eines Buches ebenso wichtig ist wie mir, kann ich Euch die Bücher des Vajona Verlages auf jeden Fall empfehlen. Sie sind stabil, lassen sich nicht so schnell knicken und wenn man etwas vorsichtig ist, lesen ohne den Buchrücken kaputt zu machen.
„Wirklich nicht? Ich bin ein Denunziant, junger Freund. Jemand, der seit seiner Geburt an den Säulen nagt, auf denen die unverhältnismäßige Macht der Tintengötter über allem sein thront.“
Das Vermächtnis der Tintengötter von Jana Schikorra
Schreibstil:
Janas Schreibstil ist einfach – wow! Mir fehlen die Worte um wiederzugeben, wie sehr mir dieser gefallen hat. Es ist lange her, dass ich einen so anspruchsvollen und gleichzeitig wunderschönen Schreibstil gelesen habe! Ich habe es genossen, dass man dadurch „gezwungen“ wurde, das Buch langsamer zu lesen. Denn dadurch konnte man die Stimmung, die Welt und einfach alles viel besser wahrnehmen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern geht die Autorin viel mehr auf die Beschreibungen der Umstände ein, als das Innere der Protagonisten nach außen zu tragen. Das war mal ein angenehmer Unterschied zu den Bücher die ich sonst lese. Eine Stelle empfand ich als so wundervoll, dass ich sie gerne noch einmal als Zitat nennen möchte:
„Aber ja. Unter all den Stimmen, die der Wind tagein, tagaus durch die Zirkel trägt, habe ich Dich gehört. Denn Du bist laut, weißt Du? Lauter als Deine Zweifel, lauter als Deine Ängste, lauter als Deine Dunkelgedanken. Ich es schreien hören, Dein tapferes Herz, über die Gipfel der Schwermut hinweg, die groß und grau auf Deiner Seele thronen. Du dachtest, Deine Träume seien unerreichbar, dabei musstest Du Dich nur auf Deine Zehenspitzen stellen, um sie vom Himmel zu pflücken. Und dennoch flüsterst Du Entschuldigungen in den Mantel des Alltags, unter dessen Stoff Deine Fantasie verzweifelt nach Luft ringt. Verstecke Dich nicht vor Deiner Wahrheit, mein Kind.“
Das Vermächtnis der Tintengötter von Jana Schikorra
Wie wunderschön ist das bitte geschrieben?! Ich habe wirklich jede Zeile dieses Buches geliebt! Es war eine sehr schöne Abwechslung, einen anderen Fokus zu lesen. Nima, eine weibliche Liturga und Levin, unser männlicher Tintengott bestachen durch ihre Taten und Gedanken und nicht dadurch, dass sie super heiß sind und er einen sehr ausgeprägten Six-Pack haben. (Ich liebe auch solche Bücher, aber es war schön zu lesen, dass ein Buch auch ohne Beschreibungen dieser Art bestechen kann!)
Tausend Dank Jana, dass Du zeigst, dass Bücher auch unfassbar gut sein können, ohne die andauernde Beschreibung wie hieß der jeweils andere ist! Ganz wunderbar sind auch die Beschreibungen der magischen Tiere! Wie gerne würde ich mindestens einem dieser Wesen begegnen wollen!
„Levin ballte die Fäuste. Er würde noch heute Nacht das erste Zahnrädchen im Uhrwerk dieses archaischen Machtgefüges außer Kraft setzen. Koste es, was es wolle.“
Das Vermächtnis der Tintengötter von Jana Schikorra
Inhalt:
Die Geschichte wird uns Leser*Innen aus zwei Perspektiven erzählt. Beginnend mit Levin, einen jungen Tintengott, der sich aufmacht den Fantasiewebern sein Manuskript zu zeigen. Auf diesem Weg trifft er auf Geralf. Wie sich im Laufe des Buches herausstellt, wird Geralf ein wichtiger Verbündeter während Levins Reise. Levin empfand ich von Anfang an sehr sympathisch, da seine Gedanken und seine Gefühle so fair und richtig erscheinen! Geralf gibt der Geschichte eine amüsante Note, während er gleichzeitig für die beiden Brüder da ist. Levin hat nämlich einen Bruder, Altin, den seine Fantasie übermannte und dem Wahnsinn verfallen ist.
Die zweite Hauptperson ist die junge Nima, eine Liturga, die von einem Tintengott auserwählt wurde, um in seiner Geschichte zu spielen. Darum muss sie ab sofort auf der Akademie ausgebildet werden, um darauf bestens vorbereitet zu werden. Die Herausforderungen, die sich Nima währenddessen stellen muss, werden ein wenig leichter, da sie in Doraja eine Freundin findet. Und ihr plötzlich ein Tintengott, namens Levin erscheint, der es gut mir ihr und den anderen Liturgie zu meinen scheint.
Mehr möchte ich nicht zum Inhalt preisgeben, da ihr sonst einfach so viel schönes verpasst, dass gelesen werden sollte! Der Geschichte fehlt es an nichts, meiner Meinung nach und lässt Leser*Innen ordentlich mitfühlen!
„Ich glaube, ich weiß, was sie wollen.“
Das Vermächtnis der Tintengötter von Jana Schikorra
Fazit:
ICH LIEBE DIESES BUCH! KAUFT ES! 😄
Wirklich. Ihr erhaltet ein Buch mit einer wunderbaren, spannenden und ereignisreichen Geschichte. Mit tollen Charakteren und der richtigen Portion Emotionen.