Die Traumweber – Abgründe der Nacht von Alexandra Maibach
Klappentext
Celia ist eine Traumweberin, die in der Traumfabrik menschliche Träume erschafft. Unvorhergesehen bricht Unheil über die Fabrik herein: Alle Träume verwandeln sich in Albträume und niemand kennt den Grund dafür. Nur Außenseiter Elias, der wegen seiner entstellten Flügel von allen gemieden wird und eine rätselhafte Verbindung zu Celia hat, scheint mehr zu ahnen. Gemeinsam machen sich die beiden auf die gefährliche Suche nach dem Ursprung der Albträume, die sie auf die Spur finsterer Träumer führt.
Erscheinungstermin:
14.06.2023
Seitenanzahl:
400 Seiten
Verlag:
Vajona Verlag

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar von dem Vajona Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!
Tropes: —

Bewertung
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Inhalt: ![]()
Fazit: ![]()
Die Flügel eines Traumwebers färbten sich mit jedem Träumer, den er begleitet hatte, kaum merklich dunkler. Die Lehrerin musste unzählige Träumer bis zu deren letzten Tag begleitet haben.
Die Traumweber von Alexandra Maibach
Cover:
Das Cover des Einzelbandes hat mich sehr angesprochen. Einerseits finde ich die Wahl des Engelsflügels sehr schön und ebenso sprechen mich die schönen verschiedenen grauen Töne an. Das Buch ist definitiv ein Hingucker und macht sicherlich eine gute Figur im Regal.
Zu allem Überfluss war da noch eine Melodie in seinem Kopf, die ihn einfach nicht loslassen wollte. Sie war leicht melancholisch und getragen, trotzdem eine Spur hoffnungsvoll. Seit er denken konnte, verfolgte sie ihn, und ertappte sich immer wieder dabei, wie er ihren Takt mit den Fingern auf einen Tisch trommelte.
Die Traumweber von Alexandra Maibach
Schreibstil:
Ich fange zuerst mit dem Positiven an. Hauptsächlich fand ich den Anfang der Geschichte sehr gut. Die Idee mit den Traumfabriken war super interessant und daher hatte ich richtig Lust auf das Buch. Ebenso möchte ich positiv erwähnen, dass die Beschreibungen der Träume sehr gelungen waren!
Es fällt mir nie leicht, Kritik zu äußern, doch muss ich ehrlich sagen, dass mir der Schreibstil nicht gefallen hat. Einerseits wurde das Buch aus der dritten Person (2 Perspektiven) geschrieben, was mir persönlich einfach nicht zusagt. Eine weiterer persönlicher Kritikpunkt: Die Namen – unsere Hauptprotagonisten heißen Celia und Elias (zwei eher amerikanische Namen), dann gibt es Tino, Erich, Moja, Herold (eher deutsche Namen) – ich weiß das ist kleingeistig, aber mich stört es, wenn die Namen so gar nicht zu der Geschichte passen.
Anfangs gab es die Struktur, dass die Kapitel den jeweiligen Protagonisten zugeteilt waren, was ich gut fand, weil man dadurch wusste aus wessen Sicht man liest. Dies änderte sich jedoch ab dem ersten Viertel und die Autorin wechselt innerhalb der Kapitel zwischen Celia und Elias hin und her. Leider hat die Autorin es hier nicht geschafft, den einzelnen Figuren ihre eigene Stimme zu geben, sodass ich doch das ein oder andere Mal nicht wusste, wessen Perspektive ich gerade lese.
Nachdem ich mir Alexandras Vita durchgelesen habe, wurde mir einiges klarer – vieles erinnerte hier an einen Krimi – wenig Tiefe, die einzelnen Charaktere haben eine sehr geringe Charakterentwicklung und die Handlung steht hier mehr im Vordergrund. (Das klingt negativer als es soll – ich möchte damit sagen, dass die Handlung mehr im Fokus steht als die Entwicklung der einzelnen Charaktere.)
Letzter Kritikpunkt: Es gab kaum Worldbuilding, jedes Geheimnis wurde sofort erklärt und vor allem am Ende passierte so viel, dass es unglaubwürdig wurde. Erst eine Traumweberwelt, dann sind wir auf der Erde, dann in einem Traum und plötzlich steht die Protagonistin zwei Göttern im Weg – das war einfach eins zu viel.
Der Gedanke, war scherzhafter als die Verstümmelung seiner Flügel. Sie hatte ihn zurückgewiesen. Sie hatte sein Angebot, ihr alles zu zeigen, abgelehnt. Ds einzige Gefühl, dass die Verletztheit übertraf, war die Erleichterung darüber.
Die Traumweber von Alexandra Maibach
Inhalt:
Der oben genannte Klappentext klingt super gut und interessant und sagt letztendlich voraus, was im Buch passieren wird. Elias hätte ein interessanter Charakter werden können, wenn man schlichtweg mehr über ihn erfahren würde. Die Autorin wirft uns Leser*Innen einfach so in die Handlung ohne viel zu erklären.
Der wichtigste Plot war meiner Meinung nach von Anfang an ersichtlich und dass die Protagonistin dies so einfach ohne weitere Rückfragen annimmt, stimmte mich traurig.
Celia handelt oft sehr unglaubwürdig und nimmt vieles einfach hin, weil zu diesem Zeitpunkt ihrer Meinung nach nicht der richtige war um nach zu fragen.
Die Stärke des Buches liegt definitiv am Anfang und am Ende – der Mittelteil hat mir leider nicht gefallen. Der Cliffhanger am Ende war ganz nett, hätte es aber meiner Meinung nach nicht gebraucht, da eh alles schon super verworren war.
„Und sieh, was es mir gebracht hat. Sieh, wozu ich geworden bin. Meine Flügel werden mich nie wieder tragen und meine Träume zerfallen zu Asche. Ich bin einer vom Tod gezeichneter Unsterblicher, kaum mehr ein Schatten meiner selbst. Und das nur, weil wir etwas versucht haben, was gegen die Natur ist.“
Die Traumweber von Alexandra Maibach
Fazit:
Mir fällt diese Rezension wirklich schwer, da ich das Buch mögen wollte. Es tut mir immer sehr leid, wenn ein*n Autor*in lesen muss, dass das Buch nicht gefallen hat, denn hinter jeder Geschichte steckt eine Menge Arbeit. Und letztendlich ist es auch nur meine persönliche Meinung!
Die vielen Satzwiederholung, Celias “Ich will die Frage stellen, mach es aber doch nicht” und Elias merkwürdiges Verhalten war eine Mischung, die meinen Lesefluss gestört hat. Man wird einfach in die Geschichte hineingeworfen, ohne überhaupt die Charaktere besser kennen zu lernen, daher war es mir letztendlich egal, was mit ihnen geschieht, da ich keine Bindung zu ihnen aufbauen konnte.
Die Grundidee war gut! Die Charaktere hatten auch definitiv Potential – aber wie gesagt, für mich hat das Buch 3 von 5 Flamingos verdient.