Guilty Pleasure von Linda Schipp

Klappentext

Ein Hotel für alle, die etwas suchen oder sich (vor etwas) verstecken. Hotel Guilty Pleasure ist weltberühmt. Das Luxusresort erfüllt dem obersten Prozent geheime Wünsche – ohne Tabus und mit höchster Diskretion. Nicht mal die erlesenen Gäste kennen den Standort. Erbaut auf einer tropischen Insel, ist das Hotel komplett von der Außenwelt abgeschnitten.

Für fünf Gäste scheinbar die perfekte Gelegenheit, um ihren persönlichen Begehren freien Lauf zu lassen. Dabei wissen sie nicht, dass ihre Machenschaften von einem Kamerasystem beobachtet werden. Und in ihren kühnsten Albträumen hätten sie sich nicht ausmalen können, dass dieses System die Geschehnisse im Hotel online streamt. Als brutal-reale Reality Show. Live. In die ganze Welt.

Niemand kann sie kontaktieren. Niemand kann sie aufhalten. Und die Hotelgäste sind im Begriff, vor den Augen aller entsetzliche Verbrechen zu begehen.

Erscheinungstermin:

16. April 2026

Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:

400 Seiten || 11 Stunden und 42 Minuten || Franziska Trunte, Louis Friedemann Thiele, Vincent Fallow und Linda Schipp

Verlag:

Heyne || USM Audio

Originaltitel:

—

ISBN:

978-3-453-44398-3

Tropes: Locked Room, Strangers-to-Lovers; High Stakes

Schreibstil:

Inhalt:

Fazit:

Spice:— (Keine Bewertung – nur das Level)

Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)

Guilty Pleasure stand sehr lange auf meiner Wunschliste, weil ich die Autorin super sympathisch finde und sie mit dem Lesen ihres neuen Buches gerne unterstützen wollte. Erfreulicherweise konnte ich über meinen Arbeitgeber ein Leseexemplar ergattern und ziemlich zügig mit dem Lesen beginnen. Und vorneweg: Mir fällt diese Rezension wirklich schwer, weil ich diese Art von Geschichte so überhaupt nicht erwartet hatte.

Aber beginnen wir von vorne: Der Klappentext klingt wirklich unfassbar gut. So gut sogar, dass ich direkt versucht habe, auch eine Freundin zum Lesen zu überreden. Leider muss ich aber gestehen, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte, dass der Inhalt für mich etwas ganz anderes war, als der Klappentext vermuten ließ. Oder vielleicht besser gesagt: Ich habe bei diesem Klappentext einfach eine ganz andere Art von Geschichte erwartet.

Die Geschichte an sich ist nicht schlecht, aber sie ist sehr hart und sehr plastisch erzählt. Auch das ist ein Grund, warum ich ein paar Szenen überspringen musste — und das, obwohl ich wirklich viel aushalte, ein absoluter True-Crime-Junkie bin und eigentlich nicht zart besaitet. Aber hier ging es über lange Strecken um das Leben eines kleinen Kindes, und das ging mir persönlich wirklich sehr nah. Auch die Handlung rund um Grace war mir stellenweise etwas zu viel und wirkte auf mich nicht immer ganz greifbar. Ich möchte an der Stelle gar nicht zu viel spoilern, aber gerade die Vorstellung dieses hilflosen Kindes in so einer grauenvollen Umgebung fand ich wirklich schwer auszuhalten.

Sehr gut gefallen haben mir dagegen Lindas Schreibstil und auch die Grundidee der Handlung. Die vielen Perspektiven fand ich erst einmal spannend, auch wenn sie mir persönlich etwas zu viel waren. Vor allem, weil sie sich stellenweise überschnitten haben und ich es dadurch nicht immer leicht fand, bei allem dranzubleiben. Für mich wirkte es manchmal ein wenig so, als hätte sich die Geschichte in diesen vielen Perspektiven etwas verloren.

Ich möchte aber gar nicht zu lange auf dem Buch herumhacken, denn es ist definitiv kein schlechtes Buch — nur einfach nicht das, was ich erwartet hatte. Für meinen Geschmack war es stellenweise zu brutal und insgesamt etwas zu verworren. Das Hörbuch fand ich dagegen wirklich hörenswert und es ist mit richtig guten Sprecher*innen besetzt. Dass Linda Schipp selbst auch eine Rolle spricht, fand ich außerdem richtig schön.

Fazit:

Guilty Pleasure von Linda Schipp hat mich mit einer ganz anderen Geschichte überrascht, als ich sie nach dem Klappentext erwartet hatte, und mir damit ein klein wenig die Freude am Buch genommen. Das Brutalitätslevel ist hoch, die Sprache stellenweise recht derb, und gerade manche Themen waren für mich nur schwer auszuhalten. Trotzdem haben die Figuren eine gewisse Tiefe, Lindas Schreibstil konnte mich an vielen Stellen abholen und auch die Idee hinter der Geschichte fand ich spannend.

🦩🦩🦩- Für ein Buch, das leider einfach nicht ganz mein Fall war, das aber trotzdem mit einem tollen Schreibstil, einer spannenden Grundidee und einem sehr hörenswerten Hörbuch überzeugen konnte — wenn man diese Art von Thriller gerne liest.

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