Im Prinzip ist alles okay von Yasmin Polat

Klappentext

Miryam ist dreißig Jahre alt und vor wenigen Monaten Mutter geworden. Auf der Party einer alten Bekannten strahlt sie mit ihrem weißen T-Shirt um die Wette. Aber ist wirklich alles gut? Seit der Geburt ihres Kindes ist Miryam von Selbstzweifel geplagt. Sie kann nicht stillen, leidet an postnatalen Depressionen und versucht trotzdem alles richtig zu machen.
Getrieben von der Scham über ihre Herkunftsfamilie und aus Angst, ihre gewaltvolle Kindheit zu wiederholen, tut sie alles, um so heil zu wirken wie die Mütter aus ihrem Umfeld und Instagram-Feed. Sie postet weichgefilterte Selfies von sich und ihrem Kind, informiert sich zu bedürfnisorientierter Erziehung und gesunden Beikost-Snacks.
Doch Miryam zieht sich immer mehr zurück. Auch online findet sie keinen richtigen Austausch. In den sozialen Medien wird zwar vieles besprochen, nicht aber die eigenen Familientraumata, die möglicherweise wieder auftauchen, sobald man selbst Mutter wird. Sie fühlt sich immer stärker überfordert, auch ihre Partnerschaft geht zu Bruch, doch schließlich findet sie ihren ganz eigenen Weg aus der Krise – und damit doch noch zu sich selbst.
Dem Roman gelingt es, mit ironisch-humorvollem Ton die Emanzipation einer jungen Mutter von familiär erlernten, destruktiven Mustern zu erzählen und ihren Weg in die Selbstbestimmtheit aufzuzeigen. Der Roman widmet sich den wichtigen Themen Mutterschaft und familiäre Gewalt mit viel Ironie und Eindringlichkeit.

Erscheinungstermin:

14.09.2023

Seitenanzahl:

256 Seiten

Verlag:

Goya

Originaltitel:

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Vielen Dank an netgalley als auch dem Verlag, dass mir das Buch vorab als Rezensionsexemplar, sowie Hörbuch, zur Verfügung gestellt wurde.

Cover:

Eine Kundin im Buchladen hatte mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, war ich der Meinung, dass ich es lesen möchte. Gesagt getan! Ich habe mir das Buch als Hardcover gekauft. (Die Anfrage als Rezensionsexemplar hatte sich mit dem Kauf überschnitten.) Persönlich ist es jetzt nicht mein liebstes Cover, da ich schlichtweg keine Menschen auf Buchumschlägen mag. Aber trotzdem ist es ästhetisch und stilvoll gestaltet.

Schreibstil und Inhalt:

Im Prinzip ist alles okay von Yasmin Polat hat mich auf vielen Ebenen abgeholt und berührt. Und das sosehr, dass es mir danach wirklich nicht gut ging. Was aber nicht heißt, dass die Geschichte nicht gut war!

Aber von vorne. Yasmins Schreibstil ist sehr gelungen und man fliegt nur so durch die Seiten. Die Geschichte ist in sich schön aufgebaut und die Aufarbeitung mit Miryams Vergangenheit gut gewählt und gelöst. Mich haben die Szenen als junge Mutter sehr getriggert und ich konnte dabei die ein oder andere Träne nicht zurückhalten, weil Yasmin so ehrliche und treffende Worte gefunden hat.

Um ehrlich zu sein, musste ich das Buch nach 200 Seiten abbrechen, einfach weil mich die ganze Geschichte so mitgenommen hat, dass es mich zu sehr runterzog. Daher empfehle ich, die Content Notes zu diesem Buch überaus ernst zu nehmen. Nach einer Weile konnte ich es dann beenden, da ich mich bewusst vom gelesenen distanziert hatte und es somit auch nicht so an mich heranließ.

Ich empfehle dieses Buch jedem! Vor allem Menschen, die Mütter als auch Personen, die ein Baby geboren haben begegnen und vielleicht die Antwort erhalten, dass eben nicht alles in Ordnung ist. Eine schöne Vorstellung, dass so etwas in unserer Gesellschaft mehr Anklang finden würde, anstatt dass man diese Personen verurteilt. Sprecherin: Die Sprecherin hat einen wirklich tollen Job gemacht und die Gesichte sehr nah und lebendig rüber gebracht. Ich kann das Hörbuch nur empfehlen!

Fazit:

Eine tolle Geschichte, die ich jedem empfehlen kann! Achtet dabei auf Eure mentale Gesundheit und lest das Buch nur, wenn ihr Euch bereit dazu fühlt. Ich war es beim ersten Mal nicht. Yasmin Polat hat hier einen guten Roman geschrieben, der sehr viel Wahrheit enthält und wenn er in die richtigen Hände gerät sehr viel bewirken kann!

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