Yellowface von R.F. Kuang
Klappentext
June Hayward und Athena Liu könnten beide aufstrebende Stars der Literaturszene sein. Doch während die chinesisch-amerikanische Autorin Athena für ihre Romane gefeiert wird, fristet June ein Dasein im Abseits. Niemand interessiert sich für Geschichten „ganz normaler“ weißer Mädchen, so sieht es June zumindest.
Als June Zeugin wird, wie Athena bei einem Unfall stirbt, stiehlt sie im Affekt Athenas neuestes, gerade vollendetes Manuskript, einen Roman über die Heldentaten chinesischer Arbeiter während des Ersten Weltkriegs.
June überarbeitet das Werk und veröffentlicht es unter ihrem neuen Künstlernamen Juniper Song. Denn verdient es dieses Stück Geschichte nicht, erzählt zu werden, und zwar egal von wem? Aber nun muss June ihr Geheimnis hüten. Und herausfinden, wie weit sie dafür gehen will.
Erscheinungstermin:
29. Februar 2024
Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:
384 Seiten / 10 Stunden und 40 Minuten / Milena Karas
Verlag:
Eichborn / Lübbe Audio
Originaltitel:
Yellowface
ISBN:
978-3-8479-0162-4

Tropes: —

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Inhalt: ![]()
Fazit:![]()
Spice: —
Leider habe ich für dieses Buch keine Zitate aussuchen können, da ich dieses als Hörbuch gehört habe.
Cover:
Hier wurde ebenfalls das Original Cover übernommen und dieses besticht durch seine Schlichtheit. Auch der Farbschnitt in der ersten Auflage empfinde ich sehr gelungen. Freue mich über das vor allem inhaltlich tolle Buch in meinem Schrank.
Schreibstil und Inhalt:
R. F. Kuang hat einfach einen unfassbar klaren und deutlichen Schreibstil, der einen einnimmt und stets weiterlesen lassen möchte. Das Buch wird aus Junes Sicht geschrieben und wir lesen ihre Gedanken und Gefühle während des Verlaufes der Geschichte.
Der Anfang fiel mir etwas schwer, aber kaum das Athena starb nahm die Geschichte Fahrt auf. Ab diesem Moment hatte ich so viele verschiedene Gefühlslagen. Zwischen Entsetzen, Mitleid, Wut, Trauer um dann wieder beim entsetzten zu landen. Das Buch zeigt einerseits wie weit eine einzelne Person gehen kann, um endlich erfolgreich zu sein und in der doch schwierigen Buchbranche Fuß zu finden. Klaut June zu Beginn des Buches das unfertige Manuskript ihrer Bekannte Athena und veröffentlicht es nach einiger Überarbeitung als ihr eigenes.
Jedoch fand ich auch die Taten der Verlage als verstörend und erschreckend – da hier auch Sätze in Richtung Rassismus, kultureller Aneignung und Diskriminierung von PoC Personen fallen. Mich persönlich hat der Umgang von June mit Athenas Mum am meisten zu schaffen gemacht. Und die Tatsache, dass es June irgendwann egal wird – wer ihre Bücher kauft und weshalb. So nach dem Motto ein verkauftes Buch ist ein verkauftes Buch – auch wenn es die falschen Leute propagieren.
Das Ende war für mich nicht vorhersehbar und ich war geschockt, wie weit June bereit war zu gehen. Ich stand wirklich mit meinem Staubsauger in der Hand und den Kopfhörern auf dem Kopf da und konnte mich vor Spannung und Schock nicht bewegen. Weil ich es einfach nicht glauben konnte…Das Ende war meines Erachtens nachvollziehbar und richtig gut!
Fazit:
Ein starkes Buch, dass meines Erachtens in jeden Bücherregal stehen sollte, da es deutlich auch die Schattenseiten unserer geliebten Buch- und Verlagswelt zeigt. R.F. Kuang ist wirklich eine grandiose Autorin, deren Bücher ich sofort vorbestellen, sobald eines beworben wird.
Für alle die es interessiert – R.F. Kuang wird am 15.05.2024 in München zur Lesung ihres Buches Yellowface sein 🙂