Klappentext
Sechs Jahre sind vergangen, seit Ayla und Julien ihren besten Freund und Seilpartner haben abstürzen sehen. Seitdem haben sie sich nicht mehr getroffen. Ayla hat sich vom Bergsteigen abgewandt und leitet stattdessen eine Lodge für Kletterer aus aller Welt. Und in diese platzt unversehens Julien, samt Filmcrew und Agentin, erfolgreicher denn je und bereit, den legendären Gipfel endlich zu erklimmen. Obwohl so viel zwischen ihnen steht, ist schnell die Anziehung zurück, die damals zwischen ihnen aufflammte. Noch schwieriger wird es, als Ayla merkt, dass Julien den Berg nicht ohne eine starke Seilpartnerin wird bezwingen können. Ohne jemanden, der ihn als Bergsteiger wirklich kennt. Ohne sie … Ayla entscheidet sich, noch einmal mit ihm alles zu riskieren.
Eine unter die Haut gehende New Adult Romance über Mut, Liebe und die Kraft, die Schatten der Vergangenheit zu überwinden.
»Niemand lässt mich beim Lesen so viele Emotionen durchleben wie Carina Wilde.«
Erscheinungstermin:
30. Juni 2025
Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:
448 Seiten / — / —
Verlag:
Cove || —
Originaltitel:
—
ISBN:
978-3-551-58577-6

Tropes: Second Chance, Slow Burn, Forced Proximity

Cover:
(fließt nicht in die Bewertung ein)
Schreibstil:![]()
Inhalt:![]()
Fazit:![]()
Spice:
(Keine Bewertung – nur das Level)
Vielen Dank an Carlsen für das Rezensionsexemplar. Das Bereitstellen dessen hat meine Meinung nicht beeinflusst.
„Manche Wunden konnten nicht verheilen. Man konnte nur lernen, mit ihnen zu leben.“
Cover:
Das Cover von Velvet Mountains fand ich wunderschön – und es war ehrlich gesagt auch mein erstes Kaufargument. Das Thema Klettern hat mich eher zweitrangig interessiert, aber die goldenen Details und das Lila haben mich dann doch überzeugt. Es hatte etwas Anziehendes, ohne aufdringlich zu sein.
„Vielleicht war das Liebe. Nicht das große Feuerwerk. Sondern dieses Bleiben. Trotz allem.“
Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)
Es fällt mir schwer, dieses Buch in ein paar Sätzen zusammenzufassen, weil es so viel mehr war als die Summe seiner Handlung. Ja, es geht um Ayla, die nach einem Verlust in der Einsamkeit Alaskas lebt und sich von der Welt ein Stück zurückgezogen hat. Und um Julien, der nach Jahren plötzlich wieder auftaucht – mit einem Ziel, das nicht nur den Gipfel betrifft, sondern auch sie. Aber eigentlich geht es um das, was dazwischen liegt. Um das, was bleibt, wenn man nichts mehr erwartet. Um Schuld, die nicht vergeht. Um Liebe, die nie ausgesprochen wurde. Und um die Frage, wie nah man jemanden an sich heranlassen darf, wenn man sich selbst kaum noch halten kann.
Die Geschichte lebt vor allem durch ihre Figuren und die kraftvollen Beschreibungen der Kletterszenen. Ayla war eine Figur, die mir direkt ins Herz ging. Sie fühlte sich warm an – wie jemand, der gelernt hat, viel zu lächeln, um den Schmerz im Inneren zu übertönen. Ihre Entwicklung hat mich tief berührt. Wie sie langsam wieder lachen, wieder fühlen kann. Wie sie die Liebe zu etwas wiederfindet, das ihr einst das Wichtigste genommen hat. Julien war mir zu Beginn eher unsympathisch – aber das legte sich mit der Zeit. Je mehr ich erkannt habe, dass auch er innerlich leidet, desto mehr konnte ich verstehen, warum er Ayla wieder so nah sein wollte. Ich mochte, wie er für uns Leser*innen – ebenso wie für Ayla – mit der Zeit weicher und greifbarer wurde. Er hatte eine wirklich starke Entwicklung, die mich überrascht hat.
Mein Herz blieb aber besonders an Everon hängen – dem großen Bruder von Devin. Einer, der weitermacht, obwohl der Verlust alles verändert hat. Einer, der stark ist, für Ayla, für die Lodge, für das, was zusammengehalten werden muss. Eine Figur, die der Geschichte eine besondere Tiefe gegeben hat, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Die Beziehung zwischen Ayla und Julien könnte man als Second Chance Romance bezeichnen, aber irgendwie möchte ich den beiden kein Label aufdrücken. Sie haben einen schrecklichen Verlust erlebt – beide leiden, beide trauen sich kaum, einander in die Augen zu sehen. Und trotzdem spürt man, dass sie sich in- und auswendig kennen. Dass da Liebe ist, ganz tief, unter all dem, was passiert ist. Und dass sie eine Chance verdient.
Carinas Schreibstil war sehr ruhig, oft getragen von inneren Monologen. Aber gerade dadurch ging die Geschichte tiefer – und blieb mir viel stärker im Kopf. Durch diese Stille, diese leisen Momente, konnte ich die Entwicklung der Figuren sehr viel intensiver spüren. Das Buch lebt aber auch von seiner Atmosphäre – von der Weite, der Kälte, den Bergen. Und von den Bergtouren, die nie bloß Kulisse sind, sondern emotionale Spiegel. Ich konnte es beim Lesen fast fühlen: die dünne Luft, das Knirschen unter den Füßen, die Angst. Aber auch die Kraft.
Ich denke, das Buch ist nicht für alle. Es wird ruhig erzählt, nimmt sich Zeit – und dreht sich stark um Verlust und Trauma. Aber wenn man sich darauf einlässt, bekommt man ein besonders intensives Leseerlebnis. Eines, das nicht laut ist, aber nachwirkt. Die Geschichte enthält sensible Themen wie Trauer, Schuld, den Verlust eines geliebten Menschen, Panikattacken, körperliche Einschränkungen nach einem Unfall und emotionale Vernachlässigung – wer sich mit diesen Themen schwer tut, sollte sich bewusst auf das Buch einlassen.
„Ich hatte vergessen, wie es sich anfühlte, lebendig zu sein.“
Fazit:
Für mich war Velvet Mountains ein Buch, das mich sehr berührt hat. Kein Highlight im klassischen Sinne – dafür war es mir manchmal ein bisschen zu ruhig, das Pacing zu langsam. Aber am Ende brauchte es genau das. Es war schön zu lesen, hatte Tiefe, Atmosphäre und Figuren, die ich nicht so schnell vergessen werde.
🦩🦩🦩🦩 – für eine intensive Geschichte, für Ayla, für Julien – und für all das, was dazwischen wächst, wenn man wieder atmen lernt.