The Darkest Academy 1 – Bones von Beril Kehribar mit eingeblendeter Hörbuchausgabe

The Darkest Academy 1 – Bones von Beril Kehribar [Rezension]

Klappentext

Magier werden geboren. Hexen werden gemacht. Und Herzen fallen dem dunkelsten aller Zauber zum Opfer.

Seit dem gewaltsamen Tod ihrer Eltern überlebt Lucinda Cross auf den Straßen der Unterstadt, bis eine überraschende Einladung alles verändert: Vorgoth, die Akademie der dunkelsten Künste, öffnet ihre Tore für die Gejagten und Unterdrückten der Magier-Herrschaft. Junge kriminelle Hexen und Hexer lernen hier, eine Verbindung mit Familiaren einzugehen, die ihnen magische Fähigkeiten verleihen, darunter Drachen, Basilisken oder Seraphim. Zwischen tödlichen Prüfungen und gewalttätigen Kommilitonen gerät Luci ins Visier zweier Männer, die gefährlicher sind als jeder schwarze Zauber: den kaltherzigen Anführer der Studenten-Elite Devriel Malkov und den attraktiven Professor Ezra Aerion, der mehr über ihre Vergangenheit weiß, als er preisgibt. Denn die Mörder ihrer Familie sind näher, als Luci denkt. Schließlich muss sie entscheiden, wie viel sie zu opfern bereit ist – für ihre Rache, für die Liebe, für die Wahrheit.

Doch Rache ist ein trügerischer Lehrer, Liebe endet in Verrat, und die Wahrheit schmeckt meist bitterer als jede Lüge.

Erscheinungstermin:

03. August 2026

Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:

528 Seiten || 15 Stunden und 11 Minuten || Corinna Dorenkamp, Till Beck, Louis Friedemann Thiele, Kevo Adler, Milla Wolf, Henning Decker

Verlag:

Knaur || Argon Hörbuch

ISBN:

978-3-426-56332-8

Tropes: morally grey cast: found family of murderers; multiple love interests; student x prof x age gap; deadly trials; forced proximity, bad girl x bad boys

Schreibstil:

Sprecher*Innen:

Inhalt:

Fazit:

Spice: (Keine Bewertung – nur das Level)

Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)

Puhhh, diese Rezension fällt mir alles andere als leicht…
Auf The Darkest Academy 1 – Bones von Beril Kehribar habe ich sehnsüchtig gewartet, weil das Buch einfach soooo unfassbar gut klang! Als ich dann mit dem Hörbuch begonnen habe, war ich sofort vollkommen in der Geschichte, liebte das Setting und den Vibe und dachte mir wirklich: Das wird sicherlich eines meiner Highlights des Jahres! Doch dann kommt Lucinda an der Akademie Vorgoth an – und ab diesem Moment hat das Buch für mich leider immer mehr den roten Faden verloren.

Beril Kehribar erschafft zu Beginn ein sehr düsteres Dark-Academia-Setting und eine wirklich gelungene Welt, die mich sofort abgeholt hat. Magier werden mit magischen Fähigkeiten geboren, während Rotblüter erst durch die Verbindung mit einem Familiar zu Hexen oder Hexern werden können. Ein Familiar ist dabei ein magisches Wesen, das sich mit einem Menschen verbindet und ihm Zugang zu seiner Magie gewährt. Lucinda lebt als ausgestoßene Rotblüterin auf den Straßen Harrowgates und hat nur ihren Falken Ash an ihrer Seite – das Familiar, das ihre Mutter ihr vor ihrem Tod übertragen hat.

Ich war so sehr into it und dachte mir wirklich: Was für ein genialer Start! Doch ich kann mir selbst nicht ganz erklären, warum, aber sobald Lucinda an der Akademie ankommt und die Saints kennenlernt, war es für mich vorbei.

Sicherlich hat es seinen Reiz, dass die Saints direkt sehr stereotypisch benannt werden – als Broken Saint, Psycho Saint oder Mad Saint. Jede dieser Figuren ist mit so vielen Traumata und Problemen vollgepackt, dass ich grundsätzlich verstehen kann, warum sie alle einen vollkommen verschobenen Sinn für Gerechtigkeit entwickelt haben. Die einzige Figur, bei der ich für mich noch wirklich viel Potential gesehen habe, war Nova – doch mit ihrem Verhalten am Ende hat die Geschichte auch diese Verbindung für mich verloren.

Ich verstehe, worauf die Autorin hinauswollte, und sehe absolut das Potential dieser Geschichte. Für meinen persönlichen Geschmack muss ich jedoch sagen: Es war mir leider einfach zu viel.

Lucinda trägt unglaublich viel mit sich herum, doch nichts davon wird auch nur einmal richtig aufgearbeitet oder wirklich besprochen. Stattdessen kommt direkt das nächste Trauma obendrauf und sorgt entweder für den nächsten brutalen Moment oder dafür, dass die Geschichte noch einen Ticken düsterer wird. Vielleicht ist es am Ende einfach nicht mein Buch, aber wow … mir war das alles viel zu viel auf einmal. Schon ein einzelnes Trauma jeder dieser Figuren hätte vermutlich ein ganzes Buch füllen können!

Mein größtes Problem dabei war, dass es sich für mich irgendwann nicht mehr nach wirklicher Tiefe der Figuren angefühlt hat. Stattdessen hatte ich zunehmend den Eindruck, dass jedes neue Trauma hauptsächlich dem nächsten dramatischen oder erotischen Punkt im Plot dienen sollte.

Mein endgültiger Bruch mit der Geschichte entstand dann an einer Stelle, die vielleicht zunächst wie eine Kleinigkeit wirkt. Ich weiß, dass ich manchmal sehr streng sein kann, aber das war der Moment, in dem mich das Buch endgültig verloren hat:

Lucinda ist bettelarm. Sie trägt nur das, was sie am Leib hat, isst verschimmeltes Brot aus dem Mülleimer und ist so ausgehungert, dass ihr ständig kalt ist. Kurz darauf kommt sie an der Akademie an und trägt in der Szene, in der Devriel sie vor allen bloßstellt und teilweise entblößt, plötzlich einen auffällig schönen Spitzen-BH, den sie sich gekauft hat, weil sie einmal etwas Schönes besitzen wollte.

Natürlich dürfen auch arme Menschen den Wunsch haben, sich etwas Schönes zu kaufen – gerade nach einem Leben, in dem Lucinda so wenig besessen hat. Grundsätzlich hätte ich diesen Wunsch sogar sehr gut verstehen können. In diesem Moment wirkte er auf mich jedoch nicht ausreichend aus ihrer zuvor so drastisch geschilderten Lebenssituation heraus entwickelt, sondern vor allem wie eine erzählerische Vorbereitung darauf, ihre Entblößung möglichst sexy inszenieren zu können. Und hier bin ich innerlich einfach ausgestiegen.

Auch mit dem Spice hatte ich zunehmend meine Probleme. Woher kam auf einmal so viel davon? Vor allem tue ich mich schwer damit, wenn Spice unmittelbar mit einem Machtgefälle, Manipulation oder vorherigen Grenzüberschreitungen verbunden wird – und das war hier leider sehr häufig der Fall. Lucinda wird unter Drogen gesetzt, bloßgestellt, gewürgt und gegen ihren Willen zu einer öffentlichen körperlichen Reaktion gebracht, während genau diese Grenzverletzungen gleichzeitig für die sexuelle Spannung zwischen den Figuren genutzt werden. Das hat sich für mich leider überhaupt nicht gut angefühlt.

ABER ich möchte den Hörbuchsprecher*innen unbedingt ein großes Lob aussprechen! Sie haben alle einen unfassbar guten Job gemacht und ich habe größten Respekt davor, wie man eine so heftige und teilweise wirklich belastende Geschichte stimmlich umsetzt. Das gesamte Ensemble war wirklich mehr als gelungen und hat die Figuren sowie die düstere Atmosphäre der Welt hervorragend transportiert.

Ich glaube, dass ich die Reihe erst einmal nicht weiterverfolgen werde. Dafür war mir dieses Buch einfach zu viel von allem. Und selbst während ich diese Rezension schreibe, merke ich: Vielleicht sollte es schlicht nicht mein Buch sein.

Fazit:

The Darkest Academy – Bones von Beril Kehribar hat für mich so unglaublich gut angefangen! Die Geschichte besitzt sehr viel Potential, wurde von einem unfassbar guten Ensemble eingesprochen und hat mir zu Beginn richtig viel Spaß beim Hören gemacht. Doch nach Lucindas Ankunft in Vorgoth verlor sich für mich zunehmend der rote Faden. Innerhalb kürzester Zeit wurde die Geschichte immer düsterer, brutaler und voller – ohne den einzelnen Themen genügend Raum zu geben. Daher hat mich die Geschichte leider vollkommen verloren, so leid mir das wirklich tut …

🦩🦩🦩- Für die Arbeit, die hinter jedem Buch steckt, die grundsätzlich sehr gut durchdachte Welt, das interessante Magiesystem und die großartige Umsetzung des Hörbuchs.

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