Sieben Tage Serengeti von Marcus Schneider – Rezension

Sieben Tage Serengeti. Dem Tod entkommst du nicht von Marcus Schneider [Rezension]

Klappentext

Als ihre beste Freundin durch Onlinehetze in den Tod getrieben wird, bricht Ellas Welt zusammen. Eine Woche Digital Detox in der endlosen Weite der afrikanischen Savanne soll der Neuanfang sein, den sie so dringend braucht. Doch die Gruppe, mit der sie die Serengeti durchquert, verspricht alles andere als Erholung: eine alternative Heilerin, die auf die Kraft der Steine vertraut. Ein paranoider Onlinejournalist, der unaufhörlich in sein Notizbuch kritzelt. Ein gescheiterter Straßenmusiker, ein arroganter Politiker und eine Influencerin, die ohne ihr Handy nicht überleben kann.
Was nach Abenteuer klingt, wird schnell zum Albtraum. Ein Teilnehmer nach dem anderen fällt auf tragische Weise der Wildnis Afrikas zum Opfer – bis Ella erkennt, dass das kein Zufall ist.
Tief im Herzen der Serengeti, abgeschnitten von der Welt, muss Ella herausfinden, was sie alle verbindet und wer es auf sie abgesehen hat.
Bevor sie an der Reihe ist.

Erscheinungstermin:

05. Oktober 2026

Seitenanzahl / Format:

300 Seiten | E-Book

Verlag:

Ullstein eBooks

ISBN:

978-3-8437-3755-5

Tropes: —
Buch Sieben Tage Serengeti von Marcus Schneider

Schreibstil:4 von 5 Flamingos

Inhalt:3 von 5 Flamingos

Fazit:4 von 5 Flamingos

Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)

Auf Sieben Tage Serengeti. Dem Tod entkommst du nicht bin ich durch den Autor selbst aufmerksam geworden, da Marcus mich angeschrieben und gefragt hatte, ob ich sein Buch lesen möchte. Da der Klappentext wirklich vielversprechend klang, habe ich mich über die Anfrage sehr gefreut und bin direkt ins Buch gestartet!

Der Einstieg gefiel mir sehr gut und ich mochte vor allem direkt die Atmosphäre, die Marcus geschaffen hat. Man spürt förmlich die stechende Hitze und die Gefühle, die diese mit sich bringt. Wir lernen gleich einen ganzen Schwung Figuren kennen, aber auch hier hat der Autor die einzelnen Personen gut beschrieben, sodass man gemeinsam mit Ella schnell in der Geschichte ankommt.

Hier zeigt sich allerdings auch ein kleiner Kritikpunkt: Bereits zu Beginn sind die Figuren sehr stereotyp gezeichnet. Wir haben die schrullige, esoterische Heilerin, den attraktiven und sympathischen Gitarrenspieler, den arroganten Politiker, den paranoiden Journalisten und Ella, die möglichst wenig von sich preisgeben möchte. Prinzipiell ist das nicht schlimm, aber trotzdem mag ich es persönlich etwas lieber, wenn die Figuren im Verlauf einer Geschichte Stück für Stück ihre unterschiedlichen Facetten zeigen und man nicht direkt auf den ersten Seiten zu wissen glaubt, wie sie ticken. Einige Charaktere erhalten später durchaus noch mehr Tiefe, bei ihrer Einführung wirkten sie auf mich jedoch zunächst sehr klischeehaft.

Vor allem der erste Teil des Buches ist sehr bildhaft geschrieben, und genau hier liegt meines Erachtens auch eine der großen Stärken des Romans. Marcus schafft über die gesamte Geschichte hinweg eine wirklich gelungene Atmosphäre, und ich hatte teilweise das Gefühl, selbst mit auf der Safari zu sein – auch wenn ich keiner der Figuren, vielleicht mit Ausnahme von Ella, gerne allein begegnet wäre. 🙂

Etwas, was ich sehr positiv fand, war die zentrale Frage des Buches: Wie konnte es so weit kommen, dass Ellas Freundin Kara sich das Leben nahm, und was haben die einzelnen Mitglieder der Reisegruppe damit zu tun? Und das möchte ich wirklich betonen: Dieser Handlungsstrang hat mir sehr gut gefallen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber wie sich nach und nach alles rund um Karas Tod auflöst und welche Ereignisse dazu geführt haben, fand ich richtig gut. Für mich war das der stärkste Plotpunkt des gesamten Buches! Hier hat der Autor sehr eindrücklich gezeigt, was Social Media, der Druck der Öffentlichkeit und das Fallenlassen eines Menschen in diesem auslösen können.

Wenn Dich Thriller über die Schattenseiten von Social Media interessieren, könnte auch meine Rezension zu Keine Angst, Darling von Vera Buck spannend für Dich sein.

Ein weiterer Kritikpunkt von mir: Es handelt sich um einen Survival-Thriller, und ich habe bisher noch nicht viel aus diesem Subgenre gelesen. An sich fand ich die Idee und auch die daraus entstehende Spannung ziemlich gelungen. ABER – und mir tut das fast schon ein bisschen leid – die Todesfälle waren mir persönlich zu konstruiert. Jedes Tier hat genauso reagiert, wie es für den Verlauf der Geschichte nötig war. Vor allem aber sieht eine Person, die aus ihrer Position heraus dringend reagieren müsste, auf eine Art und Weise weg, durch die ich sie ab ungefähr der Hälfte des Buches nicht mehr richtig ernst nehmen konnte.

Marcus schreibt flüssig, bildhaft und gut, sodass ich das Buch mehr oder weniger an einem Stück durchgelesen habe. Besonders positiv fand ich Ellas Innenleben, die Dialoge und natürlich das außergewöhnliche Setting. Meine Kritikpunkte habe ich oben bereits beschrieben.

Fazit:

Sieben Tage Serengeti. Dem Tod entkommst du nicht von Marcus Schneider war für mich ein Ausflug in ein anderes Genre, der definitiv Spaß gemacht hat. Leider waren mir die Todesfälle über das Buch hinweg etwas zu konstruiert und die Figuren anfangs zu stereotyp gezeichnet. Trotzdem hatte ich meinen Spaß mit der Geschichte! Besonders positiv hervorheben möchte ich den Plot rund um Kara, der für mich die große Stärke des Buches war.

🦩🦩🦩,5 – Für die Big Five, für die Freundschaft und für Ella, die ich doch ein wenig lieb gewonnen habe.

Letzter Post Nächster Post