Interview mit Jessica L. Cozzi

Dear Jessica,
Thank you so much for agreeing to do a written interview with me! Thank you for your time and for being here!
Liebe Jessica,
vielen Dank, dass Du bereit warst, ein schriftliches Interview mit mir zu machen! Danke für Deine Zeit und dafür, dass Du dabei bist!
© Dave Chic Photography
What do you think is so special about the Young Adult genre, and what does it mean to you as an author?
For me, I think Young Adult is so special because the stakes are so high. Even adults go through love, loss, and heartbreak — but it packs an extra emotional punch when it’s your first love, your first loss, your first heartbreak. Teenagers are often dismissed by society as being naive or inexperienced or dramatic, but maybe the reason they act the way they do is because they’re having all of these new emotions and experiences for the first time, and don’t have the tools to handle it. It’s really important for me to explore that and to give legitimacy to the first love of teenagers, because it isn’t always something silly and frivolous — sometimes, it can be the start of forever. My own parents met on the very first day of high school!
Liebe Jessica, was ist Deiner Meinung nach so besonders am Young-Adult-Genre, und was bedeutet es Dir als Autorin?
Für mich ist das Young-Adult-Genre so besonders, weil so viel auf dem Spiel steht. Auch Erwachsene erleben Liebe, Verlust und Liebeskummer – doch es trifft emotional noch einmal stärker, wenn es die erste Liebe, der erste Verlust und der erste Liebeskummer ist. Jugendliche werden von der Gesellschaft oft als naiv, unerfahren oder dramatisch abgetan, aber vielleicht verhalten sie sich so, weil sie all diese neuen Gefühle und Erfahrungen zum ersten Mal erleben und noch nicht über die nötigen Mittel verfügen, um damit umzugehen. Es ist mir sehr wichtig, das zu erkunden und der ersten Liebe von Jugendlichen die Bedeutung zuzugestehen, die sie verdient, denn sie ist nicht immer etwas Albernes und Oberflächliches – manchmal kann sie der Beginn von etwas sein, das für immer bleibt. Meine eigenen Eltern haben sich gleich am allerersten Tag der Highschool kennengelernt!
How did you come up with the idea for your book? First love and long-distance relationships are both things that young people can experience — how do you manage to put yourself so warmly and empathetically into the thoughts and feelings of young people?
My brother lived in Hawaii for 5 years — and even went to the University of Hawaii, exactly where Jack goes in the story! So on one flight to go visit him, I was sitting next to my sister, and I realized that I was very lucky to have a seatmate that I knew for such a long journey (it’s about 13 hours to get there from New York!). My mind was wandering, so I was trying to come up with the type of seatmate that would be a nightmare scenario…and the ex that you never got over felt like the perfect fit.
As for putting myself in Olive and Tyler’s shoes, I’m only 28 years old, so I’m not that far (so I say) from being a teenager myself…so I try to tap into what I remember it feeling like when life was spinning out of your control, and I was feeling all these new emotions and stress, and didn’t really have any guidance on how to handle it. I tried to channel what I remember feeling — and how all of those things felt like the end of the world, which I look back on and laugh about now as an adult — and put that into my stories. I hope I’ve pulled it off!
Wie bist Du auf die Idee für Dein Buch gekommen? Sowohl die erste Liebe als auch Fernbeziehungen sind Erfahrungen, die junge Menschen machen können – wie gelingt es Dir, Dich so warmherzig und einfühlsam in ihre Gedanken und Gefühle hineinzuversetzen?
“Mein Bruder hat fünf Jahre lang auf Hawaii gelebt – und sogar an der University of Hawaii studiert, genau dort, wo auch Jack in der Geschichte studiert! Als ich also einmal im Flugzeug saß, um ihn zu besuchen, saß meine Schwester neben mir, und mir wurde bewusst, wie viel Glück ich hatte, auf einer so langen Reise eine Sitznachbarin zu haben, die ich kannte – schließlich dauert der Flug von New York dorthin etwa 13 Stunden! Meine Gedanken schweiften ab, und so überlegte ich, was für eine Art von Sitznachbar wohl ein absolutes Albtraumszenario wäre … und der Ex, über den man nie hinweggekommen ist, schien einfach perfekt zu passen.
Was die Frage betrifft, wie ich mich in Olive und Tyler hineinversetze: Ich bin erst 28 Jahre alt und damit selbst noch nicht so weit von meiner Teenagerzeit entfernt – zumindest behaupte ich das. Deshalb versuche ich, mich daran zu erinnern, wie es sich angefühlt hat, als das Leben außer Kontrolle zu geraten schien, ich all diese neuen Gefühle und diesen Stress empfand und nicht wirklich wusste, wie ich damit umgehen sollte. Ich habe versucht, die Gefühle von damals aufzugreifen – und auch dieses Gefühl, dass all diese Dinge das Ende der Welt bedeuteten, worauf ich heute als Erwachsene zurückblicke und darüber lachen kann – und sie in meine Geschichten einfließen zu lassen. Ich hoffe, es ist mir gelungen!“
Why did you choose the combination of such a long flight and Hawaii as the destination? What was particularly challenging, or perhaps especially enjoyable, for you to write?
Hawaii itself is beautiful, and having been there several times visiting my brother, it felt like a place I could really unfold on the page. Logistically, it also helped to send Olive and Tyler somewhere so far away, where they were jammed in seats next to each other for more than half a day. Talk about the ultimate forced proximity trope! It was a bit challenging to move the story forward when an entire third of the book is them sitting on the plane, but that’s where I decided to weave in a lot of the flashbacks so you can get their history while they’re journeying to their destination. It was a bit tough at first, but I’m so proud of how it turned out, and I really enjoy reading it back.
Warum hast Du Dich für die Kombination aus einem so langen Flug und Hawaii als Reiseziel entschieden? Was war für Dich beim Schreiben besonders herausfordernd oder vielleicht auch besonders schön?
Hawaii selbst ist wunderschön, und da ich schon mehrmals dort war, um meinen Bruder zu besuchen, hatte ich das Gefühl, dass es ein Ort ist, den ich auf den Seiten wirklich zum Leben erwecken könnte. Auch aus erzählerischer Sicht war es hilfreich, Olive und Tyler an einen so weit entfernten Ort zu schicken, während sie mehr als einen halben Tag lang dicht nebeneinander in ihren Sitzen feststeckten. Wenn das nicht der ultimative Forced-Proximity-Trope ist! Es war ein wenig herausfordernd, die Handlung voranzubringen, wenn die beiden ein ganzes Drittel des Buches im Flugzeug sitzen. Aber genau deshalb habe ich mich dazu entschieden, dort viele der Rückblenden einzuflechten, sodass man ihre gemeinsame Vorgeschichte erfährt, während sie auf dem Weg zu ihrem Reiseziel sind. Anfangs war es etwas schwierig, aber ich bin sehr stolz darauf, wie es geworden ist, und lese diese Passagen selbst immer wieder sehr gerne.

Olive Austin kann es kaum erwarten, ihren Freund wiederzusehen, mit dem sie seit kurzer Zeit eine Fernbeziehung führt und der sich in letzter Zeit irgendwie abweisend benimmt. Dafür nimmt sie auch den 13-Stunden-Flug in Kauf, der ihr eine Spring Break inklusive weißer Sandstrände und Sonnenschein auf Hawaii verspricht. Doch als sie merkt, dass ihr Sitznachbar Tyler Ferris ist, scheint die Reise turbulenter zu werden, als ihr lieb ist. Denn Tyler ist Olives erste große Liebe, die sie nie wirklich vergessen konnte. Während sie sich bemüht, ihn den Flug über zu ignorieren, um ihr Herz zu schützen, scheint Tyler andere Pläne zu haben. Wird Olive eine Bruchlandung hinlegen? Oder landet sie sanft?
Du möchtest wissen, wie ich das Buch fand? Hier findest Du meine Rezension: Rezension We´ve Hit Turbulence von Jessica L. Cozzi
How much of yourself do you put into your characters? And what is especially important to you when creating them?
Definitely a lot — I am so much like Olive. I’m Type A, I want my life to have a 10-step plan (and I freak out when it goes off the rails), and above all, I HATE FLYING. I know…ironic, right?
When creating my characters, something that’s really important to me is to weave some special quirks in for each of them. I want their personalities to feel so vibrant that I can be scrolling on Instagram, find a funny Reel, and think to myself „Oh, Tyler would laugh at this“ or „Oh, Olive would absolutely DIE for this new planner pen set from Erin Condren.“ I try really hard to make them feel really vivid, like actual people you’d want to know and be friends with (or not be friends with, if they’re the antagonist). I’d like to think that comes across!
Wie viel von Dir selbst steckst Du in Deine Figuren? Und was ist Dir bei ihrer Gestaltung besonders wichtig?
Auf jeden Fall sehr viel – ich bin Olive so ähnlich. Ich bin ein Typ-A-Mensch, ich möchte, dass mein Leben nach einem 10-Punkte-Plan verläuft (und ich drehe durch, wenn es aus dem Ruder läuft), und vor allem HASSE ich das Fliegen. Ich weiß … ironisch, oder?
Wenn ich meine Figuren erschaffe, ist es mir besonders wichtig, jeder von ihnen ein paar besondere Macken mitzugeben. Ich möchte, dass ihre Persönlichkeiten so lebendig wirken, dass ich beim Scrollen auf Instagram ein lustiges Reel finde und mir denke: „Oh, Tyler würde darüber lachen“ oder „Oh, Olive würde für dieses neue Planer-Stiftset von Erin Condren absolut VERRÜCKT sein.“ Ich gebe mir wirklich große Mühe, sie so lebendig wirken zu lassen, als wären sie echte Menschen, die man gerne kennenlernen und mit denen man befreundet sein möchte (oder eben nicht, wenn sie die Bösewichte sind). Ich hoffe, dass das auch rüberkommt!
What do you hope readers will take away from your book once they have finished it?
That sometimes life doesn’t go according to plan, and that it can still be okay. It can be better, even! It’s okay to have a vision of what you want your life to look like, but sometimes you have to lean into the spontaneity of what the universe has in store for you, too.
Was hoffst Du, nehmen die Leser*innen aus Deinem Buch mit, nachdem sie es beendet haben?
Dass das Leben manchmal nicht nach Plan verläuft und dass das trotzdem in Ordnung sein kann. Es kann sogar noch besser sein! Es ist in Ordnung, eine Vorstellung davon zu haben, wie das eigene Leben aussehen soll, aber manchmal muss man sich auch auf die Spontaneität einlassen, die das Universum für einen bereithält.


