Interview mit Sasha Reed

Liebe Sasha,
vielen Dank, dass Du bereit warst, ein schriftliches Interview mit mir zu machen! Danke für Deine Zeit und dafür, dass Du dabei bist!
© privat
Liebe Sasha, wenn Du Dich mit drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?
Dies, das, Ananas 😗
Hast Du zwei Angewohnheiten, die Du mit uns teilen möchtest? Gerne auch buchige!
1: Beim Schreiben höre ich meistens Musik, die zur Stimmung der Szene oder des gesamten Buchs passt. Allerdings nur Instrumentals, da mich Gesang zu sehr ablenkt.
2: Wenn ich beim Plotten festhänge, bounce ich gerne Ideen mit meinem Verlobten. Am besten klappt das, wenn wir dabei entgegengesetzt im Kreis laufen 🧐
Du hast Biologie studiert – gibt es Dinge aus Deinem Studium, die Dich auch beim Schreiben beeinflussen oder vielleicht sogar in Deine Geschichten und fantastischen Welten einfließen?
Hin und wieder baue ich Fun Facts ein, die ich während des Studiums gelernt habe. Beispielsweise rattert Rachel im vierten Band meiner Debütreihe „Boston Tigers“ Biologie-Facts herunter, um ihren Love Interest aus der Reserve zu locken. Beim Plotten und Schreiben helfen aber eher die Soft Skills aus dem Studium wie Recherche, analytisches Denken und natürlich die Selbstorganisation.
Welches Buch hat Deine Liebe zum Lesen geweckt?
Ich glaube, das kann ich gar nicht an einem einzigen Buch festmachen. Durch meine große Schwester konnte ich schon vor der ersten Klasse lesen und habe alles verschlungen, was ich in die Finger bekommen habe, von Pferdegeschichten über „Freche Mädchen – freche Bücher“ bis zu Harry Potter. Meine „Einstiegsdroge“ ins Romance-Genre waren die Bücher von Rachel Gibson und seitdem bin ich von dem Genre nicht losgekommen 😊
Hattest Du schon immer den Traum, Autorin zu werden? Was oder vielleicht auch wer hat diesen Traum in Dir entfacht?
Schon in der Grundschule hatte ich den Traum, einmal Autorin zu sein. Ich kann gar nicht genau sagen, woher der Wunsch kam, nur, dass er mich gefühlt schon mein ganzes Leben lang begleitet.
Du hast bereits Bücher in ganz unterschiedlichen Genres geschrieben – von Sport Romance bis hin zu Dark Romance. Wie war es für Dich, mit His Soul To Own – Ewige Liebe nun in die Romantasy einzutauchen, und was magst Du besonders daran, Dich beim Schreiben in verschiedenen Genres auszuprobieren?
His Soul To Own war durch das Worldbuilding eine ganz neue Herausforderung, die mir für künftige Romantasy-Geschichten viel über die Vorbereitung beziehungsweise das Plotten einer fantastischen Welt beigebracht hat. Zum zweiten Teil: Ich bin jemand, die sich schnell langweilt, wenn es zu monoton wird. Deshalb liebe ich es sehr, verschiedene Genres mit den unterschiedlichsten Charakteren, Problemen und Tonarten auszuprobieren!

Kannst du dich in den Tod verlieben?
Mia Erikson lebt ihr Leben auf der Überholspur: perfekter Schulabschluss, Stipendium an einer Eliteuni, Master mit Bestnoten und ein begehrter Platz als Trainee einer angesehenen Eventmanagementfirma. Von außen scheint alles perfekt – bis sie einen Herzstillstand erleidet und reanimiert werden muss. Danach ändert sich alles und Mia gestaltet ihr Leben völlig neu. Doch nun sieht sie Dinge, die andere nicht sehen, und begegnet niemand Geringerem als dem leibhaftigen Tod. Sofort spürt sie eine unerklärliche Verbindung zu diesem geheimnisvollen und attraktiven Mann. Im Reich der Toten kommen sie sich näher und zwischen leidenschaftlichen Nächten und drohender Gefahr deckt Mia uralte Geheimnisse auf, die sie vor eine gravierende Entscheidung stellen: zwischen ihrem Leben und ihrer großen Liebe – dem Tod.
Du möchtest wissen, wie mir das Buch gefallen hat? Hier findest Du meine Rezension zu His Soul To Own – Ewige Liebe.
Bist Du eher Plotterin oder Pantserin? Wie genau planst Du eine Geschichte, bevor Du mit dem Schreiben beginnst? Musstest Du His Soul To Own und seine fantastische Welt anders vorbereiten als Deine bisherigen Bücher?
Ich bin eher Plotterin. Vor dem Schreiben steht immer das Grundgerüst aus dem Hauptstrang des Plots, den Charakteren und ihren Eigenarten, ihren Jobs, Freunden, Familie etc. sowie allem, was für den jeweiligen Plot noch wichtig ist, z.B. bestimmte Settings. Aus dieser Recherche heraus ergeben sich oft schon eigene Szenenideen, die ich beim Schreiben aufgreifen kann. Sobald das Grundgerüst steht, hangle ich mich beim Schreiben von Kapitel zu Kapitel; ich plotte also beispielsweise Kapitel 2, nachdem ich Kapitel 1 geschrieben habe.
His Soul To Own musste ich insofern anders vorbereiten, als dass ich mir eine komplett neue Welt mit eigenen Regeln und „Naturgesetzen“ ausdenken musste. Das war noch einmal eine besondere Herausforderung.
Wenn Du eine fantastische Welt wie die in His Soul To Own entwickelst, womit beginnst Du dann? Stehen ihre Regeln und Hintergründe bereits vorher fest oder entsteht vieles erst beim Schreiben gemeinsam mit den Figuren und der Handlung?
Teils, teils. Bestimmte Regeln und Hintergründe stehen bereits fest, um während des Schreibens eine gewisse Sicherheit zu haben. Wenn beim Schreiben allerdings auffällt, dass eine Regel für die Spannung oder eine bessere Übersicht geändert oder gestrichen werden sollte, passe ich sie im Nachgang noch an.
Gibt es trotz der verschiedenen Genres etwas, das alle Deine Geschichten miteinander verbindet und für Dich in keinem Deiner Bücher fehlen darf?
Mein Motto: „Ohne Romance, ohne mich!“ Das gewisse Kribbeln und die Tension zwischen den Protas darf also nie fehlen. Ansonsten versuche ich oft, als kleine Easter Eggs in meinen Büchern Anspielungen auf meine bisher erschienenen Bücher einzubauen 😎
Wie kamst Du auf die Idee zu His Soul To Own? War zuerst die fantastische Welt da oder der Tod als Figur?
Zuerst kam der Tod als Figur. Entstanden ist die Idee aus einer Liedzeile heraus. Beim Hören des Songs hatte ich sofort eine düstere Gestalt im Kapuzenmantel im Kopf, die in der Dunkelheit – natürlich sehr episch – über einen Friedhof schreitet. Aus der Frage, wer diese Person ist und was sie auf dem Friedhof will, ist schließlich His Soul To Own entstanden.



Der Tod an sich ist eine super interessante Figur und wird häufig eher düster und bedrohlich dargestellt. Wie bist Du an Deinen „Tod“ herangegangen? Was war Dir bei seiner Ausarbeitung besonders wichtig und worauf hast Du Wert gelegt?
Der Tod an sich ist natürlich ein sehr kontroverses Thema, das auch Angst oder Unbehagen auslösen kann. Deshalb war es mir wichtig, den Tod hier als einen empathischen und tröstlichen Charakter darzustellen. Außerdem wollte ich die Religionsfrage umgehen, da unterschiedliche heutige wie vergangene Kulturen ganz unterschiedliche Riten und Totenkulte haben und hatten. Deshalb ist der Tod in His Soul To Own praktisch „religionsneutral“.
Mia ist eine so liebenswerte und tolle Protagonistin. Wie hast Du sie als Figur zum Leben erweckt? Welche Eigenschaften sollte sie unbedingt haben und was magst Du selbst besonders an ihr?
Viel von Mias Persönlichkeit hat sich beim Schreiben und Überarbeiten ergeben. Nach ihrem Nahtod wollte ich sie als quirlige und lebensfrohe Person darstellen, die mit sich im Reinen ist und ihr Leben genießt, ohne egoistisch zu sein. Am meisten mag ich ihre einfühlsame Art und ihre Freundschaft zu April, da die beiden urteilsfrei alles miteinander teilen können.
Zu Beginn des Buches macht Mia eine Nahtoderfahrung, deren Konsequenzen sich durch die gesamte Geschichte ziehen. Wie bist Du an dieses Thema herangegangen und wie viel Recherche war dafür notwendig?
Insgesamt habe ich für His Soul To Own unfassbar viele Wikipedia-Artikel gewälzt und YouTube-Videos geschaut, von Physik über diverse Totenkulte bis zum Sonnensystem 😅 In Bezug auf den Nahtod gab es sehr spannende Erfahrungsberichte, die sich oft darin decken, dass die Personen während des Nahtods „über sich selbst“ schweben und zusehen können. Diese Erfahrungen habe ich für Mias persönliche Geschichte aufgenommen und ausgebaut.
Was wünschst Du Dir, was die Leser*innen aus His Soul To Own – Ewige Liebe mitnehmen, nachdem sie die letzte Seite gelesen haben?
Am meisten wünsche ich mir, dass die Lesenden mit Mia und dem Tod gelacht, gelitten und geliebt haben. Und neugierig sind, wie es mit April nach dem zweiten Epilog weitergeht 😏
Und natürlich muss ich noch fragen: Wann dürfen wir weiterlesen? Ich brauche ganz dringend den nächsten Teil! 🙂
Ganz konkret kann ich noch nicht werden, aber es lohnt sich, in nächster Zeit für potenzielle Ankündigungen die Augen offen zu halten 👀