Eine von uns von Samantha Hayes
Klappentext
Eine von uns wird bezahlen. Eine von uns wird sterben.
Als ihr Haus abbrennt, wird Ginas Leben und das ihrer Familie auf den Kopf gestellt. Glücklicherweise ist ihre alte Freundin Annie nicht in der Stadt und bietet ihnen an, vorübergehend bei ihr zu wohnen – in einem wunderschönen, renovierten georgianischen Haus. Gina nimmt das Angebot dankend an. Als es bald darauf an der Tür klingelt und Mary auftaucht, die behauptet, die Haushälterin zu sein, stellt Gina das nicht infrage, denn Annie lobt ihre Angestellte in den höchsten Tönen. Doch Gina hat das Gefühl, dass Mary etwas zu verbergen hat. Schon bald wird sie von albtraumhaften Erinnerungen heimgesucht – Erinnerungen an eine verhängnisvolle Nacht vor vielen Jahren. Doch der wahre Albtraum steht erst noch bevor.
Dieser Thriller ist wie eine rasante Achterbahnfahrt – Achtung: Schleudertrauma möglich!
Erscheinungstermin:
26. Juli 2025
Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:
400 Seiten / 10 Stunden und 35 Minunte / Jutta Seifert und Mona Fischer
Verlag:
dtV || Saga Egmont
Originaltitel:
Her Housekeeper
ISBN:
978-3-423-22133-7

Tropes: Thriller;

Cover:
(fließt nicht in die Bewertung ein)
Schreibstil:![]()
Inhalt:![]()
Fazit:![]()
Spice: — (Keine Bewertung – nur das Level)
Vielen Dank an netgalley und dtV für das Rezensionsexemplar. Das Bereitstellen dessen hat meine Meinung nicht beeinflusst. Da ich das Buch als Hörbuch gehört habe, fallen in diesem Fall die Zitate weg.
Cover:
Ein typisches Thriller-Cover – nicht spektakulär, aber genau richtig, um mich neugierig zu machen. Es vermittelt Spannung, eine gewisse Unruhe und passt gut zu dem, was ich von Frieda McFaddens Büchern gewohnt bin.
Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)
In Eine von uns begleiten wir zwei Frauen, die jeweils ihre eigene Perspektive erzählen. Gina – Mutter von zwei Kindern – zieht mit ihrem Mann Matt in das Haus ihrer besten Freundin Annie, nachdem ihr eigenes Haus abgebrannt ist. Gleich zu Beginn begegnen wir der Haushälterin Mary, die sofort einen merkwürdigen Eindruck hinterlässt – nicht nur bei Gina, sondern auch bei uns Leser*innen. Im Fokus stehen alte Freundschaften, kleine und große Geheimnisse – und ein dunkles Ereignis, das alles überschattet.
Klingt vielversprechend, oder?
War es für mich leider nicht. Ich war am Ende ziemlich enttäuscht – aber vielleicht möchtest du dir selbst ein Bild machen. Falls du trotzdem weiterlesen möchtest, folgt jetzt meine ehrliche Meinung.
Die beiden Hörbuchsprecher*innen haben wirklich großartige Arbeit geleistet. Ich habe ihnen sehr gern zugehört – sie haben den Figuren eine Stimme und eine gewisse Tiefe gegeben, die mir im Text manchmal gefehlt hat. Auch der Prolog war stark: düster, grausam und sehr eindringlich.
Aber leider war das für mich auch schon der stärkste Moment der Geschichte.
Gina war mir zu Beginn noch sympathisch, aber ihr Verhalten hat mich im weiteren Verlauf immer öfter den Kopf schütteln lassen. Ihre Gedanken wirkten oft logisch, aber sie zog keine Konsequenzen daraus. Vor allem in ihrer Reaktion auf Marys Verhalten erschien sie mir unrealistisch naiv – da hätte ich mir deutlich mehr Refektion gewünscht.
Mary selbst war zunächst spannend angelegt, verlor aber nach und nach an Tiefe. Und Matt? Ich hatte das Gefühl, die Autorin wusste selbst nicht so recht, was sie mit ihm anfangen sollte.
Der Spannungsbogen war da, das will ich gar nicht abstreiten. Aber viele Wendungen wirkten zu konstruiert, zu plötzlich – ohne Vorbereitung. Neue Plotpunkte tauchten einfach auf, als müsste die Geschichte nun schnell in eine Richtung gelenkt werden. Figuren handelten plötzlich ganz anders als zuvor – und das ohne innere Entwicklung oder Erklärung.
Was mich am meisten gestört hat, waren aber die vielen Lektoratsfehler. Schon im ersten Kapitel fällt auf, dass Gina zuerst das schreiende Kind ignoriert – nur um fünf Sätze später ihr schlafendes Baby auf den Arm zu nehmen. Solche Details werfen mich raus.
Und dann gibt es da noch ein sehr schwerwiegendes Thema, das angeschnitten wird – ohne Einordnung, ohne Aufarbeitung. Für mich wirkte es unnötig dramatisiert und ohne echten erzählerischen Mehrwert. Man hätte die Geschichte auch mit einem anderen Motiv erzählen können – ohne solch ein belastendes Thema nur oberflächlich einzubauen.
Der Stil war flüssig, das Hörbuch insgesamt gut hörbar. Aber der Inhalt konnte für mich mit der akustischen Umsetzung nicht mithalten. Ich habe es zu Ende gehört – teils, weil ich die Stimmen mochte, teils aus Trotz: „Jetzt will ich aber wissen, wie es ausgeht.“
Am Ende hätte ich es lieber nicht zu Ende gehört. Denn das Ende war… nun ja. Überzogen, konstruiert und für mich in keiner Weise zufriedenstellend.
Triggerwarnung:
In „Eine von uns“ werden unter anderem Themen wie Kindesmissbrauch, Vernachlässigung, Panikattacken und Mord angesprochen.
Fazit:
Eine von uns konnte mich leider nicht überzeugen. Die Grundidee hatte Potenzial, aber für mich hat die Umsetzung an vielen Stellen nicht funktioniert. Zu viele offene Fragen, zu viele Wendungen ohne Grundlage, ein schwerwiegendes Thema, das erzählerisch im Raum stehen bleibt – und am Ende ein Twist, der mich eher wütend als überrascht zurückgelassen hat.
🦩🦩 – und die gehen an die Übersetzerin und die tollen Hörbuchsprecher*innen.