Das Lied des Wolfes von T. J. Klune

Klappentext

Oxnard Matheson ist zwölf als sein Vater die Familie verlässt. Ox fühlt sich ungeliebt und wertlos – und irgendwie anders als andere Jungs in seinem Alter. Ox ist sechzehn, als die Familie Bennett nach Green Creek kommt. Die Bennetts sind lebensfroh und charismatisch – und Werwölfe. Ox fühlt sich unwiderstehlich angezogen von dieser aufregenden neuen Welt voll Magie, Freundschaft und Abenteuer. Doch als Ox dreiundzwanzig ist, geschieht ein Mord und nichts ist mehr wie zuvor …

Erscheinungstermin:

14. Mai 2025

Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:

688 Seiten / — / —

Verlag:

Heyne || —

Originaltitel:

Wolfsong – Green Creek Book 1

ISBN:

978-3-453-32360-5

Tropes: Male loves Male; Urban Fantasy; Hidden Secrets

Cover: (fließt nicht in die Bewertung ein)

Schreibstil:

Inhalt:

Fazit:

Spice: (Keine Bewertung – nur das Level)

Vielen Dank an Bloggerjury und Heyne für das Rezensionsexemplar. Das Bereitstellen dessen hat meine Meinung nicht beeinflusst.

„Ich werde mich immer für dich entscheiden.“

Cover:

Das Cover ist schön, ruhig und passt genau zum Inhalt des Buches. Ich habe mich gefreut es in mein Klune Fach einzuordnen 🙂

„Denn Ox ist vor allem mein bester Freund, und ich nehme ihn so, wie ich ihn haben kann.“

Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)

Ox lebt in Green Creek, einem kleinen, beinahe vergessenen Ort, der ihm zugleich Heimat und Käfig ist. Als sein Vater ihn mit zwölf Jahren verlässt, bleibt etwas in ihm zurück, das nie ganz heilt – ein dumpfes Gefühl, nicht zu genügen, nicht verstanden zu werden, nicht wirklich gemeint zu sein in einer Welt, die für andere gemacht scheint. Als mit sechzehn plötzlich die Familie Bennett in sein Leben tritt, ändert sich alles. Die Bennetts sind außergewöhnlich, nicht nur wegen ihrer offenen Art, ihrer Präsenz oder der Wärme, die sie ausstrahlen – sondern auch, weil sie Werwölfe sind. Für Ox beginnt eine Reise, die mehr ist als das Entdecken einer magischen Welt. Es ist das Ankommen in einem Zuhause, das er nie gesucht hat, und das Finden von Menschen, die ihn zum ersten Mal ganz sehen. Besonders Joe, der jüngste Bennett, wird für Ox zu etwas, das Worte nur unzureichend greifen können. Ihre Verbindung wächst mit der Zeit, mit den Jahren, mit Verlust und Rückkehr, mit Schmerz und Zuneigung, mit allem, was Liebe eben ist, wenn sie sich nicht drängen lässt. Doch nichts bleibt für immer ruhig. Als das Rudel angegriffen wird, als Joe die Stadt verlässt, bleibt Ox zurüc– verletzt, zerrissen, und doch bereit, mehr zu sein als ein Junge aus Green Creek. Und als Joe schließlich zurückkehrt, beginnt etwas Neues, das sich vertraut anfühlt und doch ganz anders ist als zuvor.

Ox ist für mich eine dieser Figuren, die nicht stark auftreten, sondern mit jedem Gedanken, mit jeder Beobachtung und jedem kleinen Rückzug spürbarer werden. In seiner Wahrnehmung liegt eine Tiefe, die sich nicht durch große Gesten ausdrückt, sondern durch das, was zwischen den Momenten liegt. Seine Unsicherheiten, seine stille Stärke, seine Fähigkeit, zu geben, ohne sich dabei selbst zu verlieren – all das hat mich von Anfang an berührt. Seine Entwicklung, wie er sich von dem Jungen, der sich nichts zutraut, zu einem Menschen wandelt, der Verantwortung übernimmt, Entscheidungen trifft und lernt, dass auch seine Stimme zählt – das war für mich einer der stärksten Fäden des Buches.
Und Joe… Joe ist auf seine ganz eigene Weise voller Energie. Wild, zärtlich, fordernd, manchmal verloren – und doch immer mit einem Herzen, das so groß ist, dass es fast weh tut. Zwischen ihm und Ox entwickelt sich etwas, das nicht sofort Liebe genannt werden will, aber von Anfang an aus dieser Nähe besteht, aus diesem Wissen, dass da jemand ist, der einen sieht, so wie man wirklich ist.
Auch die Nebenfiguren – Gordo, der mehr mit sich trägt, als er zeigt; Thomas und Elizabeth, die als Eltern und Rudeloberhäupter mit so viel Würde und Verantwortung umgehen; Carter und Kelly, die als Brüder mal ruppig, mal beschützend, aber immer zugewandt auftreten – all diese Figuren sind mehr als bloße Randerscheinungen. Sie erzählen eigene Geschichten, bringen eigene Farben mit und tragen Ox’ Geschichte auf ihre Weise mit. Und am Ende ist es genau das, was dieses Buch so stark macht: dass es nicht nur um eine Liebesgeschichte geht, sondern um Gemeinschaft, um Familie, um das, was uns zusammenhält – auch wenn es manchmal schwer ist, das in Worte zu fassen.

Ich weiß nicht, wie TJ Klune es macht, aber er schreibt in einem Rhythmus, der sich anfühlt wie ein emotionales Lied, das sich irgendwo tief innen festsetzt und dann mit jeder Seite ein bisschen weiterwächst. Seine Sprache ist klar und unaufgeregt, aber voller Gefühl, voller Zwischentöne, voller Fragen, die nie laut gestellt werden und trotzdem nachhallen. Er erzählt in Bildern, in Gerüchen, in Momenten, die sich nicht aufdrängen, sondern sich erleben lassen. Besonders die Art, wie er Ox’ Gedanken wiedergibt – wie aus kleinen Sätzen ganze Welten entstehen – das hat mich tief beeindruckt. Und ich liebe, wie Klune queere Geschichten erzählt. Wie selbstverständlich sie sein dürfen, wie sehr sie einfach dazugehören, ohne jemals erklärt oder verteidigt werden zu müssen.

Wer sich auf die Geschichte einlässt, sollte wissen, dass sie nicht nur von Liebe und Freundschaft erzählt, sondern auch von Verlust, Gewalt und Angst. Es geht um Trauer, um Entfremdung, um seelische Narben. Dabei wird nie ausgeschlachtet, nie unnötig dramatisiert – aber es ist da. Für mich ist es ein Jugendbuch, das auch Erwachsene tief berühren kann, weil es Themen anspricht, die uns alle etwas angehen: Zugehörigkeit, Selbstwert, Schutz, Verbindung. Wer queere Geschichten liebt, die in einem Fantasy-Setting verankert sind, dabei aber ganz viel Menschlichkeit in sich tragen, wird dieses Buch mit viel Freude lesen können.

„Du tust, was du tun musst, und dann kommst du zurück und alles ist wieder gut, okay?“

Fazit:

Ich wusste nach den ersten Seiten, dass dieses Buch mich anders begleiten wird als viele andere. Vielleicht, weil ich Ox so gut verstanden habe. Vielleicht, weil ich gespürt habe, wie viel Zärtlichkeit in dieser Geschichte steckt. Vielleicht auch, weil sie trotz all der Fantasy etwas zutiefst Echtes erzählt. Für mich war es ein Buch über Zugehörigkeit – darüber, wie man sich selbst findet, wenn man gesehen wird. Über Freundschaft, die sich nicht erklären muss. Und über Liebe, die nicht immer präsent ist, aber bleibt.

🦩🦩🦩🦩 🦩 – Ich freue mich sehr, dass ich diesen ersten Band gelesen habe – und noch mehr auf alles, was da noch kommen wird.

Letzter Post Nächster Post

Entdecke mehr von pinkie reads

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen