The Goldens von Lauren Wilson
Klappentext
Dieses Buch macht süchtig: Glamourös und schillernd – und brodelnd vor Gefahr Als die unscheinbare Chloe in den Dunstkreis der coolen Influencerin Clara Holland gerät, kann sie es kaum fassen. Ihre Fans umschwärmen Clara wie Motten das Licht. Aber Clara möchte ausgerechnet sie zur Freundin haben! Geschmeichelt ergreift Cloe ihre Chance, genießt das Leben bei den Reichen und Schönen, zieht sogar bei Clara ein. Claras Ruhm schießt immer weiter in die Höhe, und Chloe spürt, dass der ganze Glamour eine dunkle und obsessive Kehrseite hat. Claras Events werden immer wilder, und nach einer spektakulären Silvesterparty bleibt ein Mädchen spurlos verschwunden. Chloe ist die Einzige, die Clara düstere Seite kennt, und sie ahnt, dass es höchste Zeit ist, sich von ihrer manipulativen Freundin zu lösen. Sonst wird sie selbst die Nächste sein, die einfach so verschwindet. Aber sie weiß auch, dass Clara alles tun wird, um das zu verhindern.
Female Suspense über eine toxische Freundschaft für junge Frauen ab 14 Jahren
Erscheinungstermin:
25. Juni 2025
Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:
352 Seiten / — / —
Verlag:
Fischer Sauerländer || —
Originaltitel:
The Goldens
ISBN:
978-3-7373-7361-6

Tropes: Missing Person; Opposites Attracts

Schreibstil:
Inhalt:
Fazit:
fSpice: — (Keine Bewertung – nur das Level)
Vielen Dank an Fischer Sauerländer für das Rezensionsexemplar. Das Bereitstellen dessen hat meine Meinung nicht beeinflusst.
„Nicht viele Leute sehen mich als echten Menschen, weißt du?“
Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)
Chloe ist achtzehn und beginnt ihr Studium an der Dern University – ein Ort, der für sie endlich Neuanfang bedeutet. Stattdessen fühlt sie sich zuerst verloren zwischen all den anderen. Bis Clara Holland auftaucht: Influencerin, strahlend, schwer zu fassen – und plötzlich interessiert an ihr.
Was als Begegnung beginnt, wird zu einer Freundschaft, die sich wie ein Versprechen anfühlt. Ein Versprechen von Dazugehörigkeit, von Sichtbarkeit, vielleicht sogar von Nähe. Doch hinter dem goldenen Schein liegt etwas anderes. Und als ein Mädchen nach einer Party spurlos verschwindet, beginnt Chloe zu begreifen, wie gefährlich es werden kann, wenn man zu nah an jemanden heranrückt, der nur sich selbst kennt.
Chloe ist ein stiller, sehr fein gezeichneter Charakter – und vielleicht gerade deshalb so nahbar. Sie sieht viel, schweigt oft, versucht sich selbst zwischen den Stimmen anderer zu finden. Ihre Stärke liegt nicht in großen Gesten, sondern in der Art, wie sie die Welt beobachtet – und sich in ihr immer wieder neu zu verorten versucht. Man merkt früh, dass sie sich nach Zugehörigkeit sehnt. Doch genau das macht sie empfänglich für Claras Glanz. Im Laufe der Geschichte verändert sich ihre Wahrnehmung – nicht nur von Clara, sondern auch von sich selbst.
Clara dagegen ist faszinierend auf eine beunruhigende Art. Sie ist schön, kontrolliert, umgeben von Menschen – und doch seltsam allein. Ihre Nähe fühlt sich zuerst wie ein Geschenk an. Später wie ein Netz, das man nicht mehr verlässt.
Clara ist nicht einfach die Antagonistin. Sie ist ein Spiegel dafür, wie einsam Menschen werden können, die gelernt haben, dass sie nur etwas wert sind, wenn andere sie begehren. Und genau das macht sie gefährlich.
„Freundinnen können auch Seelenverwandte sein.“
Lauren Wilson schreibt flüssig, modern und zugleich sehr reflektiert. Ihre Sprache ist nah an Chloes Gedankenwelt – nie übertrieben, nie effekthascherisch. Was sie beschreibt, ist oft einfach, aber emotional präzise.
Sätze wie „Ich wusste nicht, ob ich Teil ihres Lebens war – oder nur ein weiterer Statist auf ihrem Profil“ wirken lange nach.
Besonders stark: die leise Spannung, die sich durchzieht – ohne Drama, sondern mit psychologischer Tiefe.
Was mir gefallen hat: Man merkt, dass die Autorin ihre Leser*innen ernst nimmt. Sie schreibt für ein jugendliches Publikum, aber ohne sich zu verstellen. Der Ton ist glaubwürdig, klar, zugänglich – aber mit Tiefe.
The Goldens ist ein Jugendbuch, ja – aber eins, das sich deutlich vom Üblichen abhebt.
Es geht nicht um Liebe, sondern um Freundschaft. Nicht um Rettung, sondern um das Erkennen, dass manche Beziehungen einen verschlucken können. Und dass Bewunderung manchmal gefährlicher ist als Ablehnung.
Themen wie toxische Mädchenfreundschaften, Social-Media-Identität, emotionale Abhängigkeit, Gruppendruck und der Wunsch, gesehen zu werden – all das wird sensibel, aber ungeschönt erzählt. Gerade in einer Zeit, in der Followerzahlen und Außenwirkung oft über echten Kontakt stehen, fühlt sich diese Geschichte bedrückend aktuell an.
Ich würde das Buch Leser*innen ab etwa 14 Jahren empfehlen – vor allem jenen, die sich für psychologische Spannung, Social-Media-Dynamiken oder Dark-Academia-Atmosphäre interessieren.
Für jüngere Jugendliche wäre es vielleicht zu düster, für Erwachsene aber durchaus lesenswert – gerade weil es auf leise Weise viel über Beziehungen erzählt, die nicht romantisch sind und trotzdem alles einnehmen.
„Ich glaube, du bist meine beste Freundin“, sagte sie. „Wusstest du das?“
Fazit:
The Goldens erzählt davon, wie viel Einfluss Menschen aufeinander haben können – selbst dann, wenn sie es nicht einmal merken. Und es zeigt, wie leicht Zuneigung in Kontrolle umschlagen kann.
Was mir besonders gefallen hat: Dass es hier keine Liebesgeschichte braucht, um Nähe und Gefahr spürbar zu machen.
Am Ende geht es nicht um Romantik. Sondern darum, sich selbst zurückzuholen.
🦩🦩🦩🦩🦩 – für eine Geschichte, die zwischen Glanz und Dunkelheit schimmert – und die unter der Oberfläche erzählt, was viele lange mit sich herumtragen.