Yesteryear von Caro Claire Burke

Klappentext

hr Leben ist perfekt. Solange man nicht hinter die Kulissen schaut.

Mit bedrucktem Transparentumschlag und hochwertig veredeltem Bezug.

Natalie Heller Mills hat alles: eine malerisch renovierte Farm, fünf Kinder, die um ihre Liebe buhlen, und einen Mann, der in Cowboystiefeln immerhin eine gute Figur abgibt. Vom Sauerteig bis zur Kindererziehung, nichts scheint ihr zu misslingen. Kein Wunder also, dass Millionen von Menschen ihr folgen, ihre Videos schauen, ihre Bilder anklicken. Sie gibt ihnen das, was sie wollen: eine heile Welt. Skandale werden unter den Teppich gekehrt, da, wo sie hingehören.Doch eines Tages wacht Natalie auf und sieht sich mit einer unbequemen Frage konfrontiert: Was wäre, wenn sie keine Nannys beschäftigen könnte, es keine helfenden Hände auf der Farm gäbe, kein Produktionsteam? Was wäre, wenn sie auf einmal das Leben führen müsste, das sie immer vorgetäuscht hat?

Erscheinungstermin:

29. April 2026

Seitenanzahl / Hörstunden / Sprecher*In:

464 Seiten || 14 Stunden und 35 Minuten || Lisa Hrdina

Verlag:

Heyne || Random House Audio

ISBN:

978-3-453-27535-5

Tropes: Own Voice, Secret Identity und Miscommunication

Schreibstil:

Inhalt:

Fazit:

Spice: — (Keine Bewertung – nur das Level)

Schreibstil & Inhalt: (leichte Spoiler enthalten)

Yesterday ist gerade ein Buch, dem man mehr oder weniger überhaupt nicht entkommen kann, weil es wirklich überall auf Social Media gezeigt wird. Und natürlich wollte ich als Buchhändlerin dann auch wissen, worum es in dem Buch eigentlich geht und warum es gerade so viele Menschen begeistert. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und das kann ich auf jeden Fall empfehlen. Es ist wirklich gut gesprochen, man kommt super durch die Geschichte und verliert trotzdem nichts von der Stimmung oder Handlung.

Yesterday erzählt die Geschichte von Natalie, einer Mutter und sehr religiösen Frau, die im Internet mehr oder weniger dafür wirbt, dass das traditionelle Leben als Frau das einzig richtige ist. Dieses klassische „Trad Wife“-Bild, das man ja inzwischen durch Social Media, Ballerinafarm oder auch aktuelle Fälle rund um religiöse Gemeinschaften und Missbrauchsfälle ala Ruby Franke immer häufiger mitbekommt.

Und genau das macht das Buch auch stark. Es zeigt ziemlich deutlich, welcher Druck auf Frauen lasten kann, besonders rund um Mutterschaft, Kinder bekommen und dieses Bild der perfekten Mutter. Dabei geht es eben auch um die Seiten, über die viel zu selten gesprochen wird. Dass man sein Kind vielleicht nicht sofort bedingungslos liebt. Dass Muttersein nicht nur schön ist. Dass Überforderung, Druck und Verlust der eigenen Identität ebenfalls dazugehören können.

Natalie selbst war für mich eine unfassbar vielschichtige Figur. Ich hatte teilweise wirklich Momente, in denen ich dachte „Boah, ich hasse dich“ und kurz darauf konnte ich sie dann wieder komplett verstehen. Sympathisch war sie mir nicht unbedingt immer, aber genau das hat sie als Figur so spannend gemacht. Sie ist unglaublich intelligent geschrieben und trägt dieses Buch wirklich sehr stark.

Auch diesen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart mochte ich eigentlich total gern. Der Aufbau sorgt dafür, dass man die ganze Zeit wissen möchte, worauf alles hinausläuft.

Was ich allerdings wirklich schwer fand, war der Umgang mit den Kindern in diesem Buch. Gerade weil vieles eben nicht komplett unrealistisch wirkt und stark an echte Dynamiken erinnert, waren manche Szenen wirklich schwer auszuhalten. Das sollte man beim Lesen definitiv im Hinterkopf behalten.

Mein größter Kritikpunkt bleibt aber leider die Auflösung. Die hat für mich einfach nicht ganz zum Rest des Buches gepasst. Gerade dieser sehr ernste, bedrückende Ton, den das Buch vorher hatte, wurde dadurch für mich ein wenig kaputt gemacht, weil es irgendwann doch etwas zu konstruiert wirkte.

Fazit:

Yesterday von Caro Claire Burke wollte ich unbedingt lesen und insgesamt hat mich das Buch auch überzeugt. Für mich war es jetzt persönlich nicht dieses riesige Highlight, als das es gerade überall auf BookTok und Bookstagram gehandelt wird, aber trotzdem definitiv ein Buch, das ich empfehlen würde — vor allem, wenn man die Triggerwarnungen beachtet.

Gerade Leser*innen, die sich mit Themen wie Trad-Wife-Kultur, religiösem Druck oder True Crime bisher weniger beschäftigt haben, wird dieses Buch wahrscheinlich ziemlich schockieren und vielleicht auch ein Stück weit die Augen öffnen.

🦩🦩🦩,5
Für ein kurzweiliges Buch mit einem wirklich starken Schreibstil und einer unglaublich vielschichtigen Hauptfigur, bei dem für mich persönlich nur leider der große Schockmoment ausgeblieben ist.

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